Die Drift Protocol hat in einem Krisenstatement zugegeben, dass Angreifer 280 Millionen Dollar vom Protokoll abgezogen haben. Das Unternehmen beschreibt den Vorfall als hochgradig sophistiziert und arbeitete offenbar über mehrere Wochen hinweg. Zwei vorab signierte Transaktionen wurden am 1. April nach einem Initial Setup am 23. März ausgeführt.
Drift betont, dass kein Fehler in seinen Smart Contracts oder Programmen vorlag. Stattdessen konzentriert sich die Analyse auf “unbefugte oder falsch dargestellte Transaktionsgenehmigungen”, die durch ausgefeiltes Social Engineering erworben wurden. Die Angreifer erlangten Kontrolle über den Security Council und konnten damit voreingestellte Auszahlungslimits aufheben.
Die Plattform arbeitet nach eigenen Angaben mit mehreren Sicherheitsfirmen, Börsen, Brücken und Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die gestohlenen Assets aufzuspüren und einzufrieren.
Experten deuten auf Nordkorea hin: Die Blockchain-Sicherheitsfirma Elliptic identifizierte am Donnerstagmorgen mehrere Indikatoren, die auf ein DPRK-Attentat (Demokratische Volksrepublik Korea) hindeuken. “Das On-Chain-Verhalten, die Geldwäsche-Methodologien und netzwerkgestützte Indikatoren entsprechen Techniken aus vorherigen DPRK-zugeordneten Operationen,” erklärte Elliptic. Falls bestätigt, wäre dies das 18. DPRK-Attentat, das Elliptic 2024 verfolgt.
Andere Forscher bestätigten diese Einschätzung unabhängig und verwiesen auf Ähnlichkeiten mit dem 1,5-Milliarden-Dollar-Hack der Krypto-Börse Bybit im Sommer 2023.
Diese Zuordnung passt in ein größeres Bild: Nordkorea hat sich als größte Kraft bei Krypto-Diebstählen etabliert und soll 2023 über 2 Milliarden Dollar erbeutet haben. Die USA werfen Pjöngjang vor, diese Gelder zur Finanzierung von Waffenprogrammen zu nutzen.
Zusätzlich wurde Nordkorea kürzlich auch für die Kompromittierung der npm-Bibliothek axios verantwortlich gemacht — ein Angriff, den Microsoft und CrowdStrike bestätigt haben. Die Bibliothek wird in Front-End- und Back-End-Systemen weltweit verwendet.
Die Drift-Vorfälle unterstreichen ein wachsendes Risiko für Krypto-Nutzer und institutionelle Investoren: Während Technik-Security oft robust ist, bleiben Social Engineering und Penetration der Verwaltungsprozesse wirksame Angriffsvektor.
