Das Drama um Exchange Online begann am 11. März, als Microsoft erstmals unter der Ticket-Nummer EX1256020 ein Service-Problem meldete. Die Ursache: ein neu eingeführtes virtuelles Konto sorgte für Chaos in der Cloud-Mail-Infrastruktur. Am 1. April verkündete der Konzern, das Problem sei behoben. Eine beruhigende Nachricht, die sich jedoch als voreilig erwies. Mittlerweile wurde das Incident unter einer neuen Nummer (EX1268771) erneut ins Admin Message Center aufgenommen.
“Wir erhalten Berichte von betroffenen Mandanten, dass das Auswirkungsszenario noch immer andauert”, teilt Microsofts Exchange Online-Team mit. Die Lösung soll in einem Neustart des Notification Broker-Service auf den betroffenen Infrastruktur-Teilen liegen. Allerdings betont Microsoft auch: Die Analyse der zugrundeliegenden Ursache ist noch nicht abgeschlossen.
Die Störungen treten intermittierend auf – ein besonders frustrierendes Phänomen für Nutzer und Administratoren, da es das Problem schwer nachvollziehbar und reproduzierbar macht. Besonders betroffen sind Outlook Mobile und der neue Outlook-Client für macOS, während Desktop-Nutzer unter Windows bislang verschont bleiben.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Exchange Online im Jahr 2024 Probleme bereitet. Anfang April blockierte ein ähnlicher Ausfall den kompletten Zugriff auf Postfächer und Kalender via Outlook Web, Outlook Desktop und Exchange ActiveSync. Im Januar führte eine IMAP4-Störung zu Problemen beim Email-Abruf, im November war der klassische Outlook-Client betroffen.
Microsoft hat sich zum Ziel gesetzt, mit zusätzlichen Maßnahmen ein erneutes Auftreten des Problems zu verhindern. Allerdings bleibt offen, warum die Redmonder anscheinend so lange brauchen, um eine grundlegende Infrastruktur-Änderung richtig zu diagnostizieren und zu beheben.
Für deutsche Unternehmen, die auf Exchange Online angewiesen sind, besteht Grund zur Sorge. Die wiederholten Ausfälle zeigen Schwachstellen in Microsofts Cloud-Infrastruktur auf. Viele Organisationen sollten ihre Business-Continuity-Pläne überprüfen und alternative Kommunikationswege für den Fall weiterer Störungen einrichten.
