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Notrufsystem in Massachusetts gehackt: Was deutsche Kommunen von diesem Vorfall lernen sollten

Notrufsystem in Massachusetts gehackt: Was deutsche Kommunen von diesem Vorfall lernen sollten
Zusammenfassung

Ein Cyberangriff hat das regionale Notrufzentrum Patriot Regional Emergency Communications Center in Nord-Massachusetts lahmgelegt und damit die Notfallkommunikation mehrerer Gemeinden beeinträchtigt. Der Angriff, der am Dienstag begann, betrifft die Städte Pepperell, Ashby, Dunstable, Groton und weitere Ortschaften in der Region. Während die 911-Notrufsysteme noch funktionieren, sind Nicht-Notfall- und Geschäftsleitungen derzeit außer Betrieb. Die Behörden arbeiten bereits mit IT-Sicherheitsexperten und Versicherungspartnern an der Untersuchung und Behebung des Angriffs. Dieser Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Serie von Cyberangriffen auf kritische Notfall-Infrastrukturen in den USA ein. Besonders relevant für deutsche Nutzer und Behörden ist die Erkenntnis, dass auch regionale Notrufzentralen und Notfalldienste zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Das Incident unterstreicht die Verwundbarkeit dezentraler Notfall-Kommunikationssysteme und verdeutlicht, dass ähnliche Infrastrukturen in Deutschland einer ähnlichen Bedrohung ausgesetzt sein könnten. Für deutsche Städte und Gemeinden sollte dieser Fall ein Anlass sein, die Cybersicherheit ihrer Notfalldienste und regionalen Einsatzzentralen kritisch zu überprüfen und zu verstärken.

Das Notrufsystem der Region rund um Pepperell, Massachusetts, wurde diese Woche Ziel eines Cyberangriffs. Die Patriot Regional Emergency Communications Center, die als zentraler Hub für mehrere Gemeinden — darunter Pepperell, Ashby, Dunstable und Groton — fungiert, wurde durch die Attacke teilweise lahmgelegt. Während die Notrufleitungen selbst funktionierten, waren Verwaltungsleitungen und geschäftliche Telefonlinien nicht erreichbar.

Town Administrator Andrew MacLean teilte mit, dass man sofort die Versicherung und externe Cybersicherheitsfachleute mobilisiert habe. Das FBI wurde benachrichtigt. Experten untersuchen derzeit, welche Daten möglicherweise gestohlen oder eingesehen wurden.

Eine besondere Brisanz liegt darin, dass das System mit CodeRED, einem Notfall-Benachrichtigungsdienst, verbunden ist. CodeRED wurde bereits im November Opfer einer Ransomware-attacke durch die Muttergesellschaft Crisis24. Bei jenem Angriff nicht nur das System lahmgelegt, sondern auch Zugangsdaten von Administratoren gestohlen wurden. Damals waren Dutzende US-amerikanische Kommunen betroffen.

Ransomware-Banden haben in den vergangenen Jahren gezielt Notfalldienste ins Visier genommen — von Rettungswagendiensten in Milwaukee bis zu kommunalen Behörden landesweit.

Für Deutschland und die EU ist dies ein mahnendes Beispiel. Deutsche Rettungsleitstellen und Notrufsysteme sind ähnlich kritisch — ein Ausfall könnte katastrophal sein. Die Bundesregierung und Bundesländer investieren zwar in Cyber-Sicherheit, doch viele kommunale Systeme laufen auf veralteter Infrastruktur. Experten raten, dass solche kritischen Services härter geschützt, regelmäßig überprüft und mit Redundanzen versehen sein sollten. Der Massachusetts-Vorfall verdeutlicht: Notfall-Infrastruktur darf kein Blindfleck in der Cybersecurity-Strategie sein.