SaRA war ein frei verfügbares, skriptfähiges Werkzeug, mit dem sich gängige Störungen bei Office, Microsoft 365, Outlook und Windows aufspüren und beheben ließen. Dazu führte es auf Systemen mit Windows 7, Windows 8, Windows 10 und Windows 11 eine Reihe automatisierter Diagnosetests aus. Laut Microsoft sollte die aktuelle Version die eigentliche Ursache eines Problems erkennen und es danach entweder selbsttätig korrigieren, eine manuelle Anleitung bereitstellen oder Nutzer an den Support weiterleiten.

Die Abkündigung begründet Microsoft mit Sicherheitsüberlegungen. „Wenn Sie IT-Administrator sind, migrieren Sie weg vom Microsoft Support and Recovery Assistant (SaRA). Dieses Kommandozeilen-Werkzeug wird abgekündigt, um Ihre Umgebung abzusichern und zu härten“, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Als Nachfolger nennt Microsoft das Tool Get Help, das ähnliche Funktionen biete und heruntergeladen werden müsse; für die Ausführung eigener Szenarien komme die Datei GetHelpCmd.exe zum Einsatz.

Wie SaRA ist auch Get Help ein eigenständiges, für den Unternehmenseinsatz ausgelegtes Diagnosewerkzeug, das auf bestimmte Probleme von Windows-Clients in Verbindung mit Microsoft-365-Anwendungen wie Outlook und Microsoft Teams zielt. Administratoren können es über die Kommandozeile oder per Skript – etwa mit PowerShell – auch aus der Ferne auf Endgeräten ihrer Organisation ausführen. Der zentrale Unterschied zwischen den Umgebungen GetHelpCmdLine und SaraCmdLine liegt Microsoft zufolge in der Infrastruktur hinter Get Help, die eine höhere Sicherheit biete.

SaRA ist nur einer von mehreren Diensten, die Microsoft in den vergangenen Jahren eingestellt hat. So informierte das Unternehmen im Mai 2025 die Nutzer von Microsoft Authenticator, dass die automatische Ausfüllfunktion für Passwörter im Juli abgekündigt werde; bis zum 1. August blieb Zeit, die Passwörter zu exportieren, bevor die Funktion aus der App verschwand. Den Nutzern von Microsoft Publisher teilte der Konzern mit, dass die Desktop-Publishing-Anwendung nach Oktober 2026 aus Microsoft 365 entfernt werde. Zudem begann Microsoft im Januar, die PDF-Scanner-App Microsoft Lens für Android und iOS auszumustern – mit dem Ziel, sie am 9. Februar aus den App-Stores zu nehmen und ihre Funktionen bis März abzuschalten.