Laut einer eidesstattlichen Erklärung zur Durchsuchung in dem Verfahren war pcTattletale eines von mehr als 100 Stalkerware-Unternehmen, die HSI seit Juni 2021 untersuchte. Die Verurteilung Flemings ist das Ergebnis dieser langjährigen Ermittlungen.
In seiner Werbung trat Fleming offen auf. Auf YouTube veröffentlichte er ein Video, in dem er den Einsatz der Software bewarb, um einen „Ehepartner, über den man sich Sorgen macht“, zu überführen, „wenn man glaubt, dass er nicht ehrlich ist“. „Sie installieren es auf dessen Android-Telefon, und er kann es nicht sehen“, sagte Fleming in dem Video. „Während er sein Android-Telefon benutzt und darin herumtippt, sehen Sie einen Film von allem, was er getan hat.“
Die Website von pcTattletale warnte Nutzer zwar davor, die App illegal einzusetzen, bewarb zugleich aber häufig, wie leicht sich damit Partner und Beschäftigte heimlich und ohne deren Zustimmung ausspionieren ließen. Laut einer Beschreibung der Website in der eidesstattlichen Erklärung sei die App „seit über 15 Jahren entwickelt worden und habe Tausenden von Ehepartnern, Familien und Arbeitgebern wie Ihnen geholfen“.
Ein Anwalt Flemings reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. TechCrunch berichtete als Erstes über die Urteilsverkündung.
Strafrechtliche Verfolgungen von Stalkerware-Herstellern sind nach Aussage von Fachleuten selten. Die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission hat zwar Stalkerware-Unternehmen mit Sanktionen belegt, doch das Ausbleiben strafrechtlicher Verfolgung hat zu einem wachsenden Markt für solche Produkte beigetragen.
