RansomwareCyberkriminalitätHackerangriffe

BKA identifiziert Anführer von GandCrab und REvil: Zwei russische Cyberkriminelle gefasst

BKA identifiziert Anführer von GandCrab und REvil: Zwei russische Cyberkriminelle gefasst
Zusammenfassung

Die deutschen Behörden haben einen bedeutenden Erfolg in der Bekämpfung der Cyberkriminalität erzielt: Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zwei russische Staatsbürger als Anführer der gefürchteten Ransomware-Gruppen GandCrab und REvil identifiziert. Bei den Verdächtigen handelt es sich um den 31-jährigen Daniil Maksimovich Shchukin und den 43-jährigen Anatoly Sergeevitsch Kravchuk, die zwischen 2019 und 2021 die kriminellen Operationen leiteten. Diese Identifizierung ist von erheblicher Bedeutung, da die beiden Ransomware-Gruppen deutsche Unternehmen massiv geschädigt haben: Mindestens 130 Erpressungsversuche gegen deutsche Firmen gehen auf ihr Konto, wobei die Täter von mindestens 25 Opfern insgesamt 2,2 Millionen Dollar Lösegeld erhielten. Der Gesamtschaden wird auf über 40 Millionen Dollar geschätzt. Für deutsche Unternehmen und Behörden ist diese Entwicklung relevant, da sie zeigt, dass internationale Ermittlungen auch gegen hochprofessionelle Cyberkriminelle erfolgreich sein können. Die Identifizierung der Rädelsführer könnte abschreckend wirken und das Vertrauen in die Bekämpfung von Ransomware-Angriffen stärken.

Das Bundeskriminalamt hat Licht in die Strukturen zweier der gefährlichsten Ransomware-Organisationen der jüngeren Vergangenheit gebracht. Die Ermittlungen zeigen, wie professionell und arbeitsteilig moderne Cyberkriminelle vorgehen — und wie schwer es ist, sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Shchukin nutzte jahrelang die Decknamen UNKN beziehungsweise UNKNOWN und trat als Sprecher der Ransomware-Organisation auf Cyberkriminalitätsforen auf. Damit war er das öffentliche Gesicht einer äußerst lukrativen kriminellen Unternehmung. Die beiden Männer sollen von mindestens Anfang 2019 bis Juli 2021 gemeinsam agiert haben und dabei ein kriminelles Ökosystem aufgebaut haben, das tausende Unternehmen weltweit ins Visier nahm.

Die Geschichte dieser Ransomware-Banden beginnt mit GandCrab, das im frühen 2018 startete. Der ursprüngliche Anführer erklärte 2019 seinen Rückzug und behauptete, zwei Milliarden Dollar durch Lösegelder verdient zu haben — kassierte dann aber auch noch 150 Millionen Dollar ab. REvil entstand im Anschluss aus den Reihen ehemaliger GandCrab-Affiliates und übernahm das bewährte Geschäftsmodell mit Partnerschaften und Werbung auf Cyberkriminalitätsplattformen.

Die deutsche Bilanz ist bedrückend: Mindestens 130 Erpressungsfälle gegen Unternehmen im Bundesgebiet, über 40 Millionen Euro Gesamtschaden. 25 Opfer zahlten insgesamt 2,2 Millionen Euro Lösegeld. REvil expandierte später durch öffentliche Leak-Seiten und Daten-Auktionen, um den Druck auf Opfer zu erhöhen. Berüchtigte Ziele waren lokale Behörden in Texas, der Computerkonzern Acer und der Kaseya-Angriffskettenattacke, die etwa 1.500 nachgelagerte Opfer betraf.

Nach dem Kaseya-Hack pausierte REvil für zwei Monate. In dieser Zeit gelang es Strafverfolgungsbehörden, in ihre Server einzudringen und deren Operationen zu überwachen. Mit massiven Infrastruktur-Störungen folgte schließlich 2022 die Verhaftung von über einem Dutzend REvil-Mitgliedern durch russische Behörden — allerdings wurden diese 2025 nach Verbüßung von Strafen wegen betrügerischer Kartenzahlungen freigelas sen.

Es ist unklar, ob Shchukin und Kravchuk sich nach REvils Niedergang 2021 anderen Ransomware-Operationen anschlossen. Das BKA geht davon aus, dass sich beide derzeit in Russland aufhalten. Die Behörde ruft die Öffentlichkeit auf, Informationen zu Aufenthaltsort und Tätigkeit zu melden. Beide wurden auch in das europäische Fahndungsportal aufgenommen. Zur Unterstützung der Fahndung veröffentlichte die Polizei mehrere Bilder, darunter Tätowierungsfotos.