Jackson Higgins verbrachte den Großteil ihrer Zeit in Besprechungsräumen und sah nach eigenen Worten wenig von der Messe selbst. Dennoch sei ihr klar geworden, wie sehr KI die Branche derzeit umtreibe. Anders als bei früheren Trends – sie nannte die Cloud als Beispiel, deren Entwicklung man habe beobachten können – sei der Wandel diesmal „buchstäblich über Nacht" eingetreten. Sie halte die Lage für beispiellos und stütze sich dabei auf Gespräche mit Fachleuten, die sie seit 2006 kenne und die diese Einschätzung teilten.

Einen breiten Raum nahm die Zusammenarbeit der drei Cybersecurity-Marken von Informa TechTarget ein: Dark Reading, Cybersecurity Dive und TechTarget SearchSecurity. Die Redaktionen träfen sich wöchentlich und planten ihre Berichterstattung gemeinsam, um Doppelungen zu vermeiden. Trotz unterschiedlicher Zielgruppen und Strategien decke man ein Thema aus mehreren Blickwinkeln ab – Jackson Higgins sprach von einem „360-Grad-Ansatz". So richte sich eine Meldung von Cybersecurity Dive an die Perspektive von CISOs und Risikoverantwortlichen, während Dark Reading auf Nachrichtenanalyse setze und SearchSecurity tief recherchierte, technische Beiträge liefere.

Mit Blick auf zwei Jahrzehnte Berichterstattung – Dark Reading besteht seit 20 Jahren – beschrieb Jackson Higgins den Wandel der Branche. 2006 habe es nur wenige Sicherheitsanbieter gegeben, vieles sei von Netzwerkfirmen mit Produkten wie Firewalls sowie von Antiviren-Herstellern gekommen. Heute existierten rund 4.000 Anbieter. Auch die Bedrohungslage habe sich grundlegend verändert: Aus harmlosen gefälschten E-Mails seien Angriffe geworden, die durch Ransomware ganze Netzwerke lahmlegen und die Produktion stoppen könnten. Der Nachrichtenstrom sei massiv angeschwollen.

Manches sei jedoch erstaunlich konstant geblieben. Als hartnäckigstes Beispiel nannte sie die Authentifizierung: Schon vor 20 Jahren habe man über das Ende des Passworts gesprochen, das aber noch nicht gekommen sei. Zwar gebe es Fortschritte bei Biometrie und Passkeys, doch viele Sicherheitsvorfälle gingen weiter auf falsch umgesetzte Authentifizierung und fehlende Mehr-Faktor-Verfahren zurück. Ähnlich verhalte es sich mit Software: Betriebssysteme seien dank der Arbeit von Sicherheitsforschern und etablierter Schwachstellenoffenlegung besser geworden, perfekt sei aber nichts.

Zum Thema Quantencomputing zeigte sich Jackson Higgins zurückhaltend: Es werde zwar diskutiert, sei aber derzeit kein vordringliches Problem. Sie schloss sich der von Sabrina Polin zitierten Einordnung von Rob Clyde (ISACA) an, wonach Quantentechnik weniger ein alles verändernder Umbruch sei als etwas, das Organisationen verwalten müssten – anders als KI. Für die kommenden Jahre kündigte sie an, die drei Marken wollten neue Technologien konsequent aus Sicht ihrer jeweiligen Leser aufbereiten und stärker vorausschauend berichten, ohne die Geschichte der Branche aus dem Blick zu verlieren.