Einige Nutzer berichteten lokalen Medien, sie hätten nur noch Websites aufrufen können, die auf sogenannten „Whitelists" standen – staatlich genehmigten Listen von Diensten, die während Internetstörungen erreichbar bleiben.

Noch am Dienstag meldeten Internetnutzer in Russland nach Angaben lokaler Überwachungsdienste weiterhin Schwierigkeiten beim Zugriff auf einige Behörden-Websites.

Russland verschärft seit geraumer Zeit schrittweise die Kontrolle über sein heimisches Internet. Hintergrund ist der Aufbau einer souveränen Netzinfrastruktur unter der Bezeichnung „Runet", die es dem russischen Netz ermöglichen soll, unabhängig vom globalen Internet zu funktionieren.

Die jüngste Störung folgt auf einen separaten Ausfall in der vergangenen Woche, der Banking-Apps und Zahlungssysteme in ganz Russland für mehrere Stunden außer Betrieb setzte. Kunden in mehreren Regionen, darunter Moskau, konnten zeitweise nicht mit Karte zahlen, kein Bargeld abheben und nicht auf das Mobile-Banking zugreifen.

Die Ursache dieses Vorfalls ist weiterhin unklar. Einige russische Medien brachten ihn mit staatlichen Versuchen in Verbindung, Internetressourcen zu blockieren – etwa durch das Filtern von IP-Adressen, die von der Bankinfrastruktur genutzt werden. Andere Berichte verwiesen auf ein mögliches internes Versagen bei Sberbank, dem größten Kreditinstitut Russlands.