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Iranische Hacker attackieren kritische US-Infrastruktur: Auch deutsche Betreiber sollten wachsam sein

Iranische Hacker attackieren kritische US-Infrastruktur: Auch deutsche Betreiber sollten wachsam sein
Zusammenfassung

# US warnt vor iranischen Hackern, die kritische Infrastruktur anvisieren Das FBI und weitere US-Behörden haben vor iranisch verbundenen Hackern gewarnt, die gezielt auf Internet-exponierte Steuerungsanlagen von Rockwell und Allen-Bradley abzielen. Seit März 2026 führen iranische APT-Gruppen (Advanced Persistent Threat) Angriffe gegen kritische Infrastrukturen in den USA durch – darunter Energieversorger, Wasser- und Abwassersysteme sowie Regierungseinrichtungen. Die Angreifer versuchen, Projektdateien zu extrahieren und Daten auf Displayoberflächen zu manipulieren, um Betriebsstörungen und finanzielle Schäden zu verursachen. Sicherheitsexperten führen die gestiegene Angriffintensität auf jüngste Spannungen zwischen dem Iran, den USA und Israel zurück. Diese Entwicklung betrifft auch Deutschland potenziell erheblich: Deutsche Industrieunternehmen, Energieversorger und Infrastrukturbetreiber nutzen ähnliche Steuerungssysteme. Ein Blick auf vorherige Vorfälle – wie die Kompromittierung von 75 Unitronics-Systemen 2023/2024 – zeigt, dass solche Angreifer geografische Grenzen nicht respektieren. Deutsche Behörden und Kritische-Infrastruktur-Betreiber sollten wachsam sein und ihre Schutzmaßnahmen überprüfen, um sich gegen solche staatlich geförderten Cyberangriffe zu wappnen.

Die jüngste Warnung eines breiten Bündnisses amerikanischer Sicherheitsbehörden zeigt das Ausmaß der Bedrohung: Iranisch verbundene APT-Gruppen (Advanced Persistent Threats) führen gezielte Kampagnen gegen Steuerungsanlagen durch, die in kritischen Infrastruktursektoren zum Einsatz kommen. Die Angreifer haben es gezielt auf Rockwell/Allen-Bradley PLCs (Speicherprogrammierbare Steuerungen) abgesehen, die noch direkt mit dem Internet verbunden sind.

Die Angriffe sind nicht neu, aber die Intensität und Koordination sind besorgniserregend. Bereits im November 2023 hatten die mit dem Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) verbundenen CyberAv3ngers mindestens 75 Unitronics-Geräte in amerikanischen Wasser- und Abwassersystemen kompromittiert. Jetzt deutet die aktuelle Warnung darauf hin, dass die Kampagnen ausgeweitet wurden und auch andere Hersteller im Fokus stehen.

Was macht diese Angriffe besonders gefährlich? Die Hacker konzentrieren sich nicht nur auf das Stehlen von Daten. Stattdessen zielen sie auf operative Disruption ab – sie manipulieren die auf HMI- und SCADA-Displays angezeigten Daten und können so Fehlentscheidungen bei Operatoren hervorrufen. Das macht die Angriffe zu einer potenziellen physischen Gefahr für die Infrastruktur und letztlich für Bürger und Wirtschaft.

Die Warnung nennt konkrete Schutzmaßnahmen, die sowohl für amerikanische als auch deutsche Betreiber relevant sind: Das Trennen von PLCs vom Internet oder ihre Sicherung durch Firewalls steht an erster Stelle. Ebenso wichtig sind Firmware-Updates, die Deaktivierung ungenutzer Authentifizierungsmechanismen und die Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung. Netzwerk-Monitoring auf verdächtige Aktivitäten, insbesondere auf Datenverkehr von ausländischen Hosting-Providern, ist essentiell.

Deutsche kritische Infrastrukturen, besonders in den Bereichen Wasser, Energie und öffentliche Dienste, nutzen vielfach die gleichen Steuerungssysteme wie ihre amerikanischen Pendants. Eine ähnliche Anfälligkeit muss hier angenommen werden. Für Betreiber solcher Anlagen sollte die amerikanische Warnung zum Anlass genommen werden, ihre Netzwerk-Sicherheit überprüfen zu lassen und obsolete, direkt Internet-verbundene Geräte zu identifizieren.

Das Bedrohungsszenario wird zusätzlich dadurch verschärft, dass die FBI auch iranische Akteure warnt, die das Messenger-System Telegram für Malware-Attacken missbrauchen und über das Ministerium für Geheimdienste (MOIS) operieren. Die Eskalation ist real – und sie betrifft nicht nur Amerika.