Niobium positioniert The Fog als Self-Service-Plattform für verschlüsseltes Rechnen. Nutzer sollen über ein einheitliches Cloud-Portal Server und eigene Hardware bereitstellen, FHE-Anwendungen ausrollen und Produktiv-Workloads betreiben, ohne Entschlüsselungsschlüssel an Dritte weiterzugeben. „Zu lange mussten Organisationen die Offenlegung ihrer Daten als Preis für das Geschäft in der Cloud hinnehmen", erklärte CEO Kevin Yoder. The Fog beseitige diesen Kompromiss und solle verschlüsseltes Rechnen praktikabel, skalierbar und zugänglich machen.

Für den Aufbau der Cloud-Infrastruktur hat Niobium Rob Sherrard als Head of Cloud berufen. Innerhalb von The Fog finde die Berechnung vollständig unter Verschlüsselung statt, so Sherrard: Die Eigentümer behielten die Schlüssel, und die Arbeit werde dennoch erledigt.

Laut Niobium adressiert die Plattform die beiden zentralen Hürden, die FHE bislang ausgebremst haben: Leistung und Benutzerfreundlichkeit. The Fog startet auf dem FPGA-Beschleuniger mistic Core, der nach Angaben des Unternehmens eine bis zu doppelt so hohe FHE-Leistung liefert wie jede derzeit am Markt verfügbare GPU oder jeder andere Beschleuniger. Parallel entwickelt Niobium gemeinsam mit SEMIFIVE und Samsung Foundry einen eigens entworfenen ASIC, der deutlich mehr Leistung bringen und zugleich softwarekompatibel zu heute auf The Fog erstellten Anwendungen bleiben soll, sodass frühe Nutzer nahtlos auf die neue Hardware wechseln können.

Zum Start liefert Niobium eine Bibliothek vorgefertigter FHE-Anwendungen mit, die praxisnahe Einsatzszenarien zeigen sollen. Dazu zählen eine verschlüsselte semantische Suche (Secure RAG), die sensible Daten nach Bedeutung statt nach exakter Übereinstimmung abfragt und dabei sowohl Anfrage als auch Datensatz schützt, sowie Federated Learning, das Modelle über verteilte, verschlüsselte Datensätze trainiert, ohne die Daten zu zentralisieren oder offenzulegen. Hinzu kommt eine Klassifizierung per maschinellem Lernen, etwa zur Erkennung von Netzwerkeinbrüchen, die verschlüsselte Daten auf Muster und Bedrohungen analysiert. Weitere Vorlagen sind in Entwicklung.

Ergänzt wird das Angebot durch ein Software-Ökosystem, das FHE auch für Entwickler ohne Kryptografie-Hintergrund nutzbar machen soll. Der Stack umfasst einen Compiler, ein SDK, Vorlagenanwendungen, Dokumentation sowie eine zentrale Oberfläche zur Verwaltung von Hardware, Anwendungen und Workloads.

Der Zugang zur geschlossenen Beta ist nach Angaben des Unternehmens ab sofort möglich. Teilnehmer erhalten frühzeitigen Zugriff auf die mistic-Core-FPGA-Hardware, vorab Zugang zu neuen Plattformfunktionen und -anwendungen sowie direkten Kontakt zum Engineering- und Kryptografie-Team von Niobium. Der öffentliche Start ist für das zweite Quartal 2026 angepeilt. Niobium hat seinen Sitz in Dayton, Ohio, und unterhält Büros in Portland, Oregon, sowie San Francisco, Kalifornien.