Die Aufwertung des Center for Cyber Intelligence (CCI) ist kein reiner Verwaltungsakt, sondern ein strategisches Signal für eine deutlich aggressivere Cyber-Postur des US-Geheimdienstes. Liz Lyons, Sprecherin der CIA, erklärte, dass die Maßnahme dazu dient, “die Cyber-Operationen der Behörde zu stärken und die Prioritäten des Präsidenten zu unterstützen”. Mit der neuen Missionsebene erhält das Center erweiterte Befugnisse bei der Analyse und Störung digitaler Bedrohungen sowie verbesserte Möglichkeiten zur technologischen Innovation.
Der Richtungswechsel ist eng mit CIA-Direktor John Ratcliffe verbunden, der in seinem Bestätigungshörer deutlich gemacht hat, dass er die CIA weniger risikoavers führen will – besonders im Cyber-Bereich. “Der abschreckende Effekt muss darin bestehen, dass es Konsequenzen für unsere Gegner gibt, wenn sie die USA digital angreifen”, sagte Ratcliffe. Er versprach, die erforderlichen Werkzeuge für offensive Cyber-Operationen bereitzustellen, wobei die konkrete Nutzung von anderen Behörden entschieden werden würde.
Die Aufwertung passt zu einer breiteren Strategie der Trump-Administration. Im vergangenen Monat veröffentlichte das Weiße Haus eine National Cyber Strategy, die unmissverständlich das Ziel ausdrückt, “das volle Arsenal von defensiven und offensiven Cyber-Operationen” gegen ausländische Gegner einzusetzen und “ihre Kosten für Aggression zu erhöhen”.
Das Center for Cyber Intelligence ist bekannt für hochspezialisierte Hacking-Operationen, die teilweise das Anwerben von Vermittlern oder gefährliche feldoperationen erfordern. Die einflussreichste öffentliche Einsicht in die Fähigkeiten des Centers kam 2017 mit “Vault 7” – WikiLeaks veröffentlichte damals umfangreiche Dokumentationen von CIA-Spionage- und Hacking-Tools, einschließlich Exploits für iOS, Android, Windows sowie die Fähigkeit, Samsung-Fernsehgeräte in Abhörgeräte umzuwandeln. CIA-Softwareingenieur Joshua Schulte wurde später für den Leak verurteilt.
Ein ehemaliger CIA-Funktionär beschreibt das Center als “großes Unternehmen mit großem Budget”. Ein weiterer ehemaliger Trump-Funktionär kommentierte die Aufwertung: “Das ist bedeutsam. Es ermöglicht ihnen, mehr Geld zu bekommen und mehr Einfluss am Tisch zu haben.”
Eine offene Frage bleibt allerdings: Was passiert, wenn auch andere Organisationen wie U.S. Cyber Command aggressiver werden wollen? Experten vermuten, dass offensive Cyber-Deterrenz langfristig eher Aufgabe des Pentagons als der CIA sein wird.
