Nach Darstellung des LAPD beschränkte sich der Angriff auf das Speichersystem der städtischen Staatsanwaltschaft. „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und arbeiten mit dem City Attorney’s Office zusammen, um Zugang zu den betroffenen Dateien zu erhalten und das volle Ausmaß der Datenpanne zu verstehen", heißt es in einer Mitteilung der Polizeibehörde. Das LAPD betonte, es sei dem Schutz seiner sensiblen Personal- und Ermittlungsinformationen verpflichtet.

Das City Attorney’s Office teilte über einen Sprecher mit, der Vorfall sei am 20. März bekannt geworden. Die Angreifer hätten ein Drittanbieter-Werkzeug kompromittiert, mit dem die Behörde Beweismaterial an die Gegenseite und an Prozessbeteiligte weiterleitet. Andere städtische Anwendungen oder Systeme seien nicht betroffen gewesen, so die Behörde: Die Informationen seien in dieser Anwendung in sich abgeschlossen gewesen, ohne Verbindungen oder Zugriff auf Akten oder Systeme einzelner Abteilungen.

Zur Aufklärung arbeitet das Büro nach eigenen Angaben mit Strafverfolgungsbehörden und externen forensischen Fachleuten zusammen. Außerdem prüft es gemeinsam mit der städtischen IT-Behörde Information Technology Agency (ITA) die betroffenen Daten. Die Untersuchung dauere an, um festzustellen, welche Informationen in dem Werkzeug enthalten waren; betroffene Parteien würden auf Grundlage der Ergebnisse benachrichtigt.

Welche Tragweite der Vorfall haben könnte, verdeutlichen Recherchen der LA Times. Dem Bericht zufolge zeigten Beiträge in sozialen Medien mutmaßlich Informationen über das gestohlene Material; einige davon wurden inzwischen entfernt. Demnach standen 7,7 Terabyte Daten zum Download bereit, und es wurde auf mehr als 337.000 Dateien zugegriffen.

Zu dem entwendeten Material zählten laut LA Times Unterlagen mit Namen von Zeugen, medizinischen Informationen, ungeschwärzten Strafanzeigen und Ermittlungsakten. Nach kalifornischem Recht gelten Polizeiakten grundsätzlich als vertraulich. Eine Anfrage um Stellungnahme ließ das Los Angeles City Attorney’s Office zunächst unbeantwortet.