Nach Angaben lokaler Medien forderte ChipSoft die Betreiber von Gesundheitseinrichtungen auf, sich bis zum Abschluss der Aufräumarbeiten von seinen Systemen zu trennen. Das Unternehmen versicherte demnach, alle Maßnahmen zu ergreifen, um „die nachteiligen Folgen so weit wie möglich zu begrenzen".
Als Vorsichtsmaßnahme deaktivierte ChipSoft sämtliche Verbindungen zu seinen digitalen Gesundheitsdiensten Zorgportaal, HiX Mobile und Zorgplatform.
Die Lage stellt sich uneinheitlich dar: Während einige niederländische Medien berichteten, dass die meisten patientennahen Systeme normal funktionierten, gab es zugleich mehrere Meldungen, wonach dieselben Systeme in verschiedenen Krankenhäusern nicht verfügbar seien. Bestätigte Berichte über Systemausfälle betreffen das Sint Jans Gasthuis in Weert, das Laurentius in Roermond, das VieCuri-Krankenhaus in Venlo und das Flevo-Krankenhaus in Almere.
BleepingComputer hat ChipSoft um weitere Informationen zu dem Vorfall gebeten, bis zum Redaktionsschluss jedoch keine Antwort erhalten.
Angriffe auf IT-Dienstleister im Gesundheitswesen können für Angreifer besonders lohnend sein, da solche Unternehmen als Informationsknotenpunkte für mehrere Gesundheitseinrichtungen fungieren und große Mengen sensibler Daten verwalten. Im vergangenen Monat meldete das Gesundheits-IT-Unternehmen CareCloud einen Datenvorfall, bei dem sensible Daten offengelegt wurden und der zu einer mehrstündigen Dienstunterbrechung führte. Zuvor erlitt im März 2026 TriZetto Provider Solutions, das Gesundheits-IT-Unternehmen von Cognizant, eine Datenpanne, bei der die sensiblen Informationen von mehr als 3,4 Millionen Menschen offengelegt wurden.
