Die FCC hat am Donnerstag eine neue Regelung vorgeschlagen, die als weiterer Versuch im andauernden Kampf gegen illegale Robocalls gilt. Das zentrale Ziel: Telefonanbieter zu stärkerer Sorgfalt verpflichten und bei Nichterfüllung mit höheren Strafen belegen.
Die bisherigen Maßnahmen reichen offenbar nicht aus. Obwohl die FCC bereits sogenannte „Know Your Customer”-Regeln (KYC) etabliert hat, zeigt sich: Einige Anbieter halten sich nicht daran oder tun zu wenig. Das ermöglicht es Betrügern, über diese Netzwerke illegale Anrufe zu tätigen. Die FCC möchte diesen Missstand durch konkretere Anforderungen beheben.
Die neuen Vorschläge sehen vor, dass Telekommunikationsanbieter bei Neukunden und Bestandskunden umfassendere Daten erheben müssen: Name, physische Adresse, Ausweisnummer und alternative Telefonnummern. Besonders wichtig für Hochfrequenz-Kunden ist die Dokumentation des Verwendungszwecks sowie der IP-Adressen, von denen aus Anrufe getätigt werden.
Ein innovativer Ansatz ist die geplante Umstellung des Bußgeldsystems. Statt pauschale Strafen pro Anbieter zu verhängen, sollen die Bußgelder künftig pro illegalen Anruf kalkuliert werden. Dies soll die Strafen besser an den verursachten Schaden koppeln und Anbieter effektiver zu Compliance motivieren.
Zusätzlich fordert die FCC die vierjährige Speicherung aller relevanten Kundendaten nach Beendigung einer Geschäftsbeziehung. Dies hilft Strafverfolgungsbehörden, Straftäter zu identifizieren, die das Telefonnetz für Drogenhandel, Gewaltverbrechen oder Menschenhandel missbrauchen.
Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen zeigt sich auch an konkreten Fällen: Anfang April bußgeldete die FCC den Anbieter Voxbeam Telecommunications mit 4,5 Millionen Dollar, weil dieser Call-Traffic von nicht autorisierten ausländischen Anbietern akzeptiert und damit betrügerische Anrufe ermöglicht hatte.
Das Robocall-Problem ist in den USA hartnäckig und kostet Verbraucher Millionen jährlich. Während die FCC-Regulierungen primär amerikanische Anbieter betreffen, illustrieren sie dennoch, welche regulatorischen Werkzeuge gegen dieses globale Problem eingesetzt werden können. Deutsche Regulatoren und der Bundesnetzagentur könnten solche Ansätze als Referenz für eigene Maßnahmen nutzen.
