Cory Wilson, stellvertretender Staatssekretär für Cybersicherheit im Finanzministerium, erklärte, die Bedrohungen für Plattformen mit digitalen Vermögenswerten nähmen an Häufigkeit und Raffinesse zu. Die Initiative erweitere den Zugang zu verwertbaren Bedrohungsinformationen, mit denen Firmen ihre Abwehr stärken, Risiken senken und wirksamer auf Vorfälle reagieren könnten.
Hintergrund ist eine Reihe schwerer Diebstähle. Mutmaßlich nordkoreanische Hacker sollen mit einem ausgeklügelten Vorgehen 280 Millionen Dollar von der Krypto-Plattform Drift gestohlen haben. Im vergangenen Jahr wurden nach den im Text genannten Angaben mehr als 3,4 Milliarden Dollar von Kryptounternehmen entwendet; Fachleute verzeichnen seit fünf Jahren jährlich Verluste in Milliardenhöhe.
Luke Pettit, Staatssekretär für Finanzinstitute im Ministerium, bezeichnete Firmen mit digitalen Vermögenswerten als einen zunehmend wichtigen Teil des US-Finanzsektors, dessen Widerstandsfähigkeit für die Stabilität des Gesamtsystems entscheidend sei. Indem das Ministerium ihnen dieselben hochwertigen Sicherheitsinformationen wie klassischen Instituten zugänglich mache, fördere es ein sichereres und verantwortungsvolleres Ökosystem digitaler Vermögenswerte.
Das US-Justizministerium hat zuletzt verstärkt scharfe Anklagen gegen Personen erhoben, denen der Diebstahl von Geldern bei Kryptoplattformen vorgeworfen wird. Zudem gibt es ein ressortübergreifendes Bemühen, die Branche vor Versuchen nordkoreanischer Akteure zu warnen, Organisationen zu unterwandern und Gelder abzuziehen. Die Strafverfolgung und die Warnungen hätten jedoch wenig bewirkt: Kriminelle wie staatlich gelenkte Hacker nutzten weiterhin Programmierfehler aus oder griffen gezielt Beschäftigte von Kryptounternehmen an.
So meldete der Betreiber von Krypto-Geldautomaten Bitcoin Depot, dass ein Cyberangriff am 23. März zum Diebstahl von mehr als 3,6 Millionen Dollar geführt habe. Die 280 Millionen Dollar von Drift waren laut Bericht einer von mehreren großen Diebstählen in diesem Jahr; dazu zählen Vorfälle mit Verlusten von 26 Millionen und 40 Millionen Dollar.
Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die Trump-Regierung wegen der Kürzung von Programmen zur Weitergabe von Cybersicherheitsinformationen an die Privatwirtschaft in der Kritik steht. Der Haushaltsentwurf von Präsident Donald Trump für das Fiskaljahr 2027 sieht vor, das Budget der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) um 707 Millionen Dollar zu kürzen. Das Dokument nennt ausdrücklich die Absicht, Programme für „Büros zur externen Zusammenarbeit“ zu streichen. CISA hatte bereits zentrale Programme eingestellt, die dem Austausch von Bedrohungsinformationen mit Bundesstaaten und wichtigen Branchen dienten.
