Die russische Aktivität habe sowohl Pipelines als auch Kabel bedroht, sagte Verteidigungsminister John Healey, ohne den genauen Ort zu nennen. Nördlich des Vereinigten Königreichs verlaufen allerdings keine Pipelines; die wichtigsten Energieverbindungen führen durch die Nordsee an der Ostküste des Landes nach Norwegen.

Healey richtete sich direkt an den russischen Präsidenten: „Putin sage ich: Wir sehen Sie, wir sehen Ihre Aktivität über unserer Unterwasserinfrastruktur. Sie sollten wissen, dass jeder Versuch, sie zu beschädigen, nicht geduldet wird und ernste Konsequenzen hätte.“ Nach Darstellung des MoD ließen die russischen Schiffe ihre Operation unvollendet und kehrten zurück, nachdem sie nicht mehr unbemerkt agieren konnten.

Die britische Regierung ordnete den Vorfall in umfassendere russische Bemühungen ein, in Gebieten mit kritischer Infrastruktur auf dem Meeresboden zu operieren. „Unterseeische Glasfaserkabel verbinden das Vereinigte Königreich mit der Welt“, erklärte das Verteidigungsministerium. Über 99 Prozent der internationalen Daten – von Kommunikation bis Handel – liefen durch Unterwasserinfrastruktur; ihr Schutz sei entscheidend für die wirtschaftliche Sicherheit, die globale Anbindung und die nationale Widerstandsfähigkeit des Landes.

John Hardie, stellvertretender Leiter des Russland-Programms bei der Foundation for Defense of Democracies, sagte: „Die GUGI, die über eigene Fähigkeiten zur Kriegsführung am Meeresboden verfügt, betreibt seit Langem verdächtige Aktivitäten in der Nähe von Unterseekabeln. Russland kann diese Schiffe nutzen, um Abhörvorrichtungen anzubringen oder Erkenntnisse zu sammeln, die der Planung zur Störung der NATO-Kommunikation im Kriegsfall dienen.“

Das Vereinigte Königreich ist nicht nur selbst auf Unterseekabel für seine Anbindung an die übrige Welt angewiesen, sondern auch ein wichtiger Knotenpunkt für transatlantischen Datenverkehr: Kabel zwischen Nordamerika und Europa laufen an einer begrenzten Zahl britischer Küstenstandorte an, was das Land strategisch bedeutsam und zugleich potenziell verwundbar macht.

Westliche Vertreter warnen zunehmend, dass solche Infrastruktur im Rahmen sogenannter hybrider Kriegsführung ins Visier geraten könnte, insbesondere seit der russischen Großinvasion der Ukraine im Jahr 2022. Eine Reihe von Datenkabelbrüchen in der Ostsee hatte Sorgen vor Sabotage ausgelöst, doch europäische Behörden gehen zunehmend davon aus, dass es sich um Unfälle handelte. Britische Vertreter kündigten an, Überwachung und Zusammenarbeit mit Verbündeten zum Schutz der Unterseeinfrastruktur weiter auszubauen.