Bei der “Operation Atlantic” handelte es sich um eine einwöchige, gemeinsam getragene Aktion. Die NCA empfing dabei Strafverfolgungsbehörden in ihrem Londoner Hauptquartier; über den Austausch von Erkenntnissen in Echtzeit, technische Kapazitäten und die direkte Ansprache von Betroffenen wurden nach Angaben der Behörde mehrere Betrugsnetzwerke weltweit zerschlagen.
Im Zentrum der eingefrorenen Gelder stehen “Approval-Phishing”-Angriffe. Dabei verleiten die Täter ihre Opfer dazu, ihnen Zugriff auf deren Kryptowährungs-Wallets zu gewähren – typischerweise im Rahmen vorgetäuschter Investmentangebote. Mehr als 12 Millionen Dollar an mutmaßlich kriminellen Erträgen aus solchen Angriffen wurden eingefroren, zusätzlich identifizierten die Ermittler über 45 Millionen Dollar an gestohlener Kryptowährung mit Bezug zu Betrugsschemata weltweit.
Nach Angaben der Behörden soll das in der Operation erprobte Modell der öffentlich-privaten Zusammenarbeit ein Kernelement der jüngst vorgestellten Betrugsbekämpfungsstrategie der britischen Regierung werden, die Branchendaten und das Fachwissen der Strafverfolgung verknüpft, um Betrug vorzubeugen.
Miles Bonfield, stellvertretender Ermittlungsdirektor der NCA, bezeichnete die Aktion als eindrückliches Beispiel dafür, was möglich sei, wenn internationale Behörden und private Industrie Seite an Seite arbeiteten. Die intensive Aktion habe Tausende Opfer im Vereinigten Königreich und im Ausland geschützt, Kriminelle gestoppt und anderen erspart, ihr Geld zu verlieren. Gemeinsam mit Partnern aus Strafverfolgung und Privatwirtschaft werde man die gesammelten Erkenntnisse weiter auswerten, um weiteren Opfern zu helfen und mögliche Straftaten zu verfolgen.
Auch das FBI hat seit Januar 2024 im Rahmen der “Operation Level Up” mit Unterstützung des U.S. Secret Service mehr als 8.000 Opfer von Krypto-Investmentbetrug identifiziert – einer Masche, die auch als “Pig Butchering” bekannt ist. Laut FBI war rund 77 Prozent dieser Opfer nicht bewusst, dass sie betrogen wurden; die geschätzte Ersparnis für die Betroffenen beziffert die Behörde auf 511.511.288 Dollar.
In seinem Internet Crime Report 2025 verzeichnete das FBI im vergangenen Jahr 61.559 Beschwerden über Krypto-Investmentbetrug mit Verlusten von 7,228 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg der Beschwerden um 48 Prozent und der Verluste um 25 Prozent gegenüber 2024.
