Der Angriff zeigt die anhaltenden Risiken in der Software-Supply-Chain, die auch Unternehmen mit hohen Sicherheitsstandards betreffen können. Hinter der Axios-Manipulation steckt die nordkoreanische Hackergruppe UNC1069, die durch eine raffinierte Social-Engineering-Kampagne einen Projektbetreuer infiltriert haben soll. Nach einer gefälschten Video-Konferenz gelang es den Angreifern, Malware auf dem System des Entwicklers zu installieren und dadurch Zugangsdaten zu stehlen.
Mit Zugang zum Konto des Axios-Maintainers konnten die Cyberkriminellen anschließend manipulierte Versionen des Axios-Pakets in das npm-Repository hochladen. Das kompromittierte Paket enthielt eine Abhängigkeit, die einen Remote-Access-Trojaner (RAT) auf macOS-, Windows- und Linux-Systemen installierte. Die Attacke ist Teil einer umfassenderen Kampagne gegen beliebte Open-Source-Projekte, um damit großflächige Supply-Chain-Angriffe durchzuführen.
OpenAI hat mit einem externen Incident-Response-Unternehmen eine gründliche Untersuchung durchgeführt. Dabei wurde bestätigt, dass kein Benutzerdaten zugegriffen wurden, keine Systeme oder Intellectual Property kompromittiert wurden und die Software nicht manipuliert wurde. Alle mit dem fraglichen Zertifikat signierten Anwendungen waren legitim. Dennoch besteht die theoretische Gefahr, dass Angreifer mit Zugriff auf das Zertifikat eigene macOS-Anwendungen damit signieren könnten, die dann als legitime OpenAI-Software erscheinen würden.
Zum Schutz arbeitet OpenAI mit Apple zusammen, um sicherzustellen, dass das alte Zertifikat künftig nicht mehr notarisiert werden kann. Am 8. Mai wird das Zertifikat vollständig widerrufen – danach wird macOS das Starten von damit signierten Anwendungen blockieren. OpenAI betont, dass die Sicherheitsvorfälle auf macOS-Apps begrenzt sind und Web-Services sowie iOS-, Android-, Windows- und Linux-Apps nicht betroffen sind.
Nutzer sollten ihre OpenAI-Apps über die integrierten Update-Funktionen oder die offiziellen Download-Seiten aktualisieren und keine Software von verdächtigen Links installieren. OpenAI überwacht weiterhin auf Missbrauch des alten Zertifikats und kann den Revocation-Zeitplan beschleunigen, sollten verdächtige Aktivitäten entdeckt werden.
