Die Aprilausgabe des Microsoft Patch Tuesday hat wieder eine Vielzahl kritischer Sicherheitslücken enthüllt, die sofortige Aufmerksamkeit verdienen. Das gefährlichste Flaws ist eine SQL-Injection-Schwachstelle in SAP Business Planning and Consolidation sowie SAP Business Warehouse, die von Sicherheitsforschern von Onapsis dokumentiert wurde.
Die Lücke (CVE-2026-27681) weist einen CVSS-Score von 9,9 auf – fast die maximale Bewertung. Das betroffene ABAP-Programm ermöglicht es privilegierten Benutzern, Dateien mit beliebigen SQL-Befehlen hochzuladen und auszuführen. Angreifer könnten dadurch auf sensitive Daten zugreifen, diese manipulieren oder löschen. Das Risiko ist enorm: Manipulierte Planungszahlen, beschädigte Berichte und gelöschte Konsolidierungsdaten können kritische Geschäftsprozesse lahmlegen. Besonders für deutsche Mittelständler und große Konzerne, die SAP-Systeme für ihre Finanzplanung nutzen, ist dies eine existenzielle Bedrohung.
Neben SAP hat auch Adobe mehrere kritische Flaws gepatcht. Eine Remote-Code-Execution in Acrobat Reader (CVE-2026-34621, CVSS 8,6) wird bereits aktiv ausgenutzt. Darüber hinaus wurden fünf kritische Schwachstellen in ColdFusion-Versionen 2025 und 2023 adressiert, die zu Codeausführung und Dateisystem-Zugriffen führen könnten.
Microsoft hat mit 169 behobenen Sicherheitsdefekten eine beachtliche Liste veröffentlicht. Besonders hervorzuheben ist eine Spoofing-Schwachstelle in SharePoint Server (CVE-2026-32201, CVSS 6,5), die ebenfalls bereits ausgenutzt wird. SharePoint-Instanzen sind für Angreifer interessant, da sie oft als interne Dokumentenspeicher dienen und sensible Informationen enthalten – ideal für Datendiebstahl im Rahmen von Double-Extortion-Ransomware-Angriffen.
Fortinet musste zwei kritische Sicherheitslücken in FortiSandbox schließen, die zu Authentication-Bypass und Code-Execution führen könnten.
Deutsche Unternehmen sollten diese Patches prioritär einspielen. Die gezeigten Schwachstellen werden bereits aktiv ausgenutzt, weshalb schnelle Reaktion essentiell ist. IT-Administratoren sollten ihre SAP-, Microsoft- und Adobe-Systeme überprüfen und Updates zeitnah implementieren.
