Im Zentrum der Aktion stehen sogenannte Booter-Dienste. „Booter-Dienste erlauben es Nutzern, DDoS-Angriffe gegen ausgewählte Websites, Server oder Netzwerke zu starten", erklärte Europol. Ihre Infrastruktur bestehe aus Servern, Datenbanken und weiteren technischen Komponenten, die das Angebot von DDoS-Angriffen gegen Bezahlung überhaupt erst möglich machten. Durch die Beschlagnahme dieser Infrastruktur hätten die Behörden die kriminellen Aktivitäten behindern und weiteren Schaden für die Opfer verhindern können.
Europol bezeichnet DDoS gegen Bezahlung als einen der verbreitetsten und am leichtesten zugänglichen Trends der Cyberkriminalität. Selbst Personen mit geringen oder gar keinen technischen Kenntnissen könnten damit Angriffe in großem Umfang ausführen und erheblichen Schaden anrichten.
Zugleich weist die Behörde darauf hin, dass DDoS-Aktivitäten auch von gut ausgestatteten und versierten Akteuren ausgehen können, die solche Dienste nutzen, um ihre Vorgehensweise anzupassen oder zu optimieren. Die Angriffe richten sich häufig gegen verschiedenste webbasierte Dienste, wobei die Motive ebenso breit gefächert sind: von schlichter Neugier über finanzielle Bereicherung durch Erpressung bis hin zu ideologisch getriebenem Hacktivismus und der gezielten Störung von Konkurrenten. Manche Betreiber verschleiern laut Europol ihre wahren Absichten und entziehen sich der Strafverfolgung, indem sie ihre Angebote als Werkzeuge für Belastungstests ausgeben.
An der Aktion beteiligten sich bis zu 21 Länder: Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Japan, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Thailand, das Vereinigte Königreich und die USA.
Die Maßnahme ist der jüngste Schritt im Rahmen von PowerOFF, mit dem Behörden weltweit kommerzielle DDoS-Infrastrukturen zerschlagen wollen. Im August 2025 hatte die US-Regierung die Abschaltung eines DDoS-Botnetzes namens RapperBot bekanntgegeben, das seit mindestens 2021 für groß angelegte Störangriffe gegen Opfer in mehr als 80 Ländern eingesetzt worden war.
