Nach den vor Gericht vorgelegten Unterlagen beaufsichtigte Kejia Wang mindestens fünf in den USA ansässige Helfer, die Laptop-Farmen mit Hunderten Geräten von geschädigten US-Unternehmen betrieben. Zhenxing Wang war einer dieser Helfer.
Die Beteiligten stellten die Laptops in ihren Wohnungen auf und verbanden sie mit Geräten, über die im Ausland sitzende Arbeitskräfte aus der Ferne darauf zugreifen konnten. So traten diese nach außen als in den USA ansässige IT-Fachkräfte auf.
Um den Eindruck zu erwecken, die ausländischen Arbeiter stünden in Verbindung mit US-Firmen, gründeten die beiden Männer den Unterlagen zufolge mehrere Briefkastenfirmen. Diese hatten keine Angestellten, doch auf ihren Konten gingen Millionenzahlungen der geschädigten Unternehmen ein. Der Großteil der Gelder wurde anschließend ins Ausland an die Mittäter weitergeleitet.
Gemeinsam mit vier weiteren in den USA tätigen Helfern erhielten die beiden rund 700.000 US-Dollar für ihre Mitwirkung. Kejia Wang wurde zu 108 Monaten Haft verurteilt, Zhenxing Wang zu 92 Monaten. Beide müssen zusammen 600.000 US-Dollar an illegalen Einnahmen herausgeben; Kejia Wang wurde zudem zu einer Wiedergutmachung von mehr als 29.000 US-Dollar verpflichtet.
Neun weitere im Zusammenhang mit dem System angeklagte Personen sind weiterhin auf freiem Fuß. Die USA haben eine Belohnung von bis zu fünf Millionen US-Dollar für Hinweise ausgelobt, die zu ihrer Festnahme führen. Es handelt sich um Xu Yongzhe, Huang Jingbin, Tong Yuze, Zhou Baoyu, Yuan Ziyou (auch Samuel Yuan), Zhou Zhenbang, Liu Menting, Liu Enchia und Song Min Kim (auch bekannt als Chengmin Jin).
