Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurde der Ausbildungsvertrag über einen Mitverschwörer mit Stephen Su Bin ausgehandelt. Bin ist ein chinesischer Staatsbürger, der in Kanada ein Unternehmen für Luftfahrt- und Raumfahrttechnik betrieb. Ihm wurde vorgeworfen, zwischen 2008 und 2014 in mehrere US-Rüstungsunternehmen eingedrungen zu sein. 2016 bekannte er sich schuldig, einen US-Rüstungskonzern gehackt und „sensible militärische und exportkontrollierte Daten" für die chinesische Regierung gestohlen zu haben.
In einem Fall drang Bin in Server von Boeing ein, auf denen Informationen zum militärischen Transportflugzeug C-17 gespeichert waren, und schickte die Unterlagen per E-Mail an Stellen in China. Für den Vorfall verbüßte Bin eine vierjährige Haftstrafe, sein Unternehmen wurde mit Sanktionen belegt.
Den Ermittlern zufolge arbeitete Brown mit Bin zusammen, um seinen Vertrag auszuhandeln, und machte aus seinem Wunsch, chinesische Piloten an Kampfflugzeugen auszubilden, keinen Hehl. Im Dezember 2023 reiste Brown nach China und traf dort mit chinesischen Vertretern zusammen, um seinen umfangreichen Werdegang darzulegen. Er blieb in China, bis er in diesem Monat in die USA zurückflog.
Brown diente 24 Jahre in der US-Luftwaffe und verließ den Dienst 1996 im Rang eines Majors. Während seiner Zeit bei der Air Force führte er Einheiten, die unter anderem für nukleare Waffensysteme und Kampfeinsätze zuständig waren.
Seinen ersten Gerichtstermin hatte Brown am Donnerstag. Roman Rozhavsky, stellvertretender Leiter der Abteilung für Spionageabwehr beim FBI, erklärte, Brown habe sein Land verraten, indem er chinesische Piloten für den Kampf gegen jene ausgebildet habe, die er zu schützen geschworen hatte. Die chinesische Regierung versuche, das Fachwissen ehemaliger Angehöriger der US-Streitkräfte auszunutzen, um das eigene Militär zu modernisieren.
John Eisenberg, der für nationale Sicherheit zuständige stellvertretende Generalstaatsanwalt, betonte, die US-Luftwaffe habe Brown zu einem erstklassigen Kampfpiloten ausgebildet und ihm die Verteidigung der Nation anvertraut. Nun stehe er unter Anklage, chinesische Militärpiloten geschult zu haben. Wenn US-Bürger – ob Militärangehörige oder Zivilisten – einer ausländischen Streitkraft Ausbildung anböten, sei dies ohne Lizenz des Außenministeriums illegal.
