Rudd, der das U.S. Indo-Pacific Command derzeit als stellvertretender Befehlshaber leitet, hat laut Wyden trotz seiner Dienstzeit keinen Hintergrund in Cyber-Operationen oder Fernmeldeaufklärung. Er besitze nicht die Voraussetzungen, um unmittelbar in die Führung des Cyber Command einzusteigen, schrieb der Demokrat aus Oregon in seinem Brief.

“Er ist für diesen Posten nicht qualifiziert”, so Wyden. “Und wenn es um die Cybersicherheit dieses Landes geht, ist schlicht keine Zeit, sich erst im Amt einzuarbeiten. Die Bedrohung ist dafür zu dringend.”

Rudd selbst spielte den Mangel an einschlägiger Erfahrung in seiner ersten Anhörung herunter. Über Jahrzehnte habe er als Führungskraft, Nutzer, Wegbereiter, Erzeuger und Integrator der nachrichtendienstlichen und operativen Fähigkeiten von NSA und Cyber Command gewirkt. Er sei zuversichtlich, beide Organisationen im Fall einer Bestätigung weiter führen zu können, damit sie die kämpfenden Truppen bestmöglich unterstützen.

Wyden, einer der profiliertesten Datenschutzverfechter im Senat, begründete seine Ablehnung zudem mit den aus seiner Sicht vagen Antworten, die Rudd dem Geheimdienstausschuss im Januar zu seinem Verständnis der Überwachungsbefugnisse der NSA gegeben habe. Er habe alles in seiner Macht Stehende getan, um Rudd Gelegenheit zu geben, ein Grundverständnis der Leitplanken dieser Befugnisse zu zeigen, und nichts als vage Zusicherungen erhalten, sich an das Gesetz zu halten.

Wydens Blockade könnte dazu führen, dass der Senat formell über Rudds Nominierung abstimmen muss, statt sie wie bei Personalentscheidungen für Cyber Command und NSA üblich im Konsens zu bestätigen. Beide Organisationen sind seit fast einem Jahr ohne dauerhafte Führung, seit Präsident Donald Trump den früheren Chef General Timothy Haugh entließ. Generalleutnant William Hartman leitet das Kommando und den Nachrichtendienst seither kommissarisch.

Während ein solcher Einspruch eines Abgeordneten traditionell Unsicherheit für einen Kandidaten bedeutet, griffen die Republikaner im Senat im vergangenen Jahr zur sogenannten “nuklearen Option” und änderten die Regeln der Kammer, um Trumps Personalentscheidungen schneller bestätigen zu können. Sollte Wyden bei seinem Widerstand bleiben, könnte Rudd in ein solches Paket aufgenommen werden.

Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums erklärte, sowohl der Streitkräfteausschuss als auch der Geheimdienstausschuss des Senats hätten ihr Vertrauen in Rudds Eignung gezeigt, als sie seine Nominierung aus dem Ausschuss weiterleiteten. Das Pentagon dränge darauf, dass der gesamte Senat die Nominierung möglichst früh behandle, damit Rudd diese sicherheitspolitisch wichtigen Posten rasch übernehmen könne.