Martino, der nach Angaben des US-Justizministeriums im vergangenen Monat angeklagt wurde, gestand zudem die Zusammenarbeit mit zwei weiteren Incident-Respondern. Gemeinsam mit Ryan Goldberg und Kevin Martin setzte er zwischen April und November 2023 mehrfach die BlackCat-Ransomware gegen Opfer in den USA ein. Martino und Martin arbeiteten für das Unternehmen DigitalMint, während Goldberg als Incident-Response-Manager für die Cybersicherheitsfirma Sygnia tätig war.

In einem konkreten Fall erpressten die Beschuldigten ein Opfer um rund 1,2 Millionen US-Dollar in Bitcoin. Die illegalen Erlöse teilten sie anschließend untereinander auf und wuschen sie über verschiedene Kanäle. Insgesamt beschlagnahmten die Behörden Vermögenswerte im Umfang von zehn Millionen US-Dollar bei Martino – darunter Digitalwährung, Fahrzeuge, einen Foodtruck und ein luxuriöses Angelboot.

Martino bekannte sich in einem Anklagepunkt schuldig: der Verschwörung zur Behinderung, Verzögerung oder Beeinträchtigung des Handels durch Erpressung. Sein Strafmaß soll am 9. Juli 2026 verkündet werden; ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Martin und Goldberg hatten sich bereits im Dezember 2025 schuldig bekannt. Ihre Urteile werden noch in diesem Monat erwartet. Wie Martino droht auch ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren.

A. Tysen Duva, Assistant Attorney General der Strafrechtsabteilung des DoJ, ordnete den Fall ein: Martinos Klienten hätten ihm vertraut, auf Ransomware-Bedrohungen zu reagieren und diese im Sinne der Opfer abzuwehren und zu beheben. Stattdessen habe er sie verraten und selbst Ransomware-Angriffe gestartet, indem er Cyberkriminellen zur Hand ging – und dabei den Opfern, seinem eigenen Arbeitgeber und der gesamten Incident-Response-Branche geschadet.