Nach Darstellung der Ermittler beließ es Martino nicht beim Informationsverrat. Zwischen April 2023 und April 2025 war er gemeinsam mit seinen Komplizen Kevin Tyler Martin und Ryan Goldberg selbst an BlackCat-Angriffen beteiligt.

Als BlackCat-Partner forderten die drei Beschuldigten Lösegeldzahlungen und drohten ihren Opfern damit, zuvor entwendete Daten zu veröffentlichen, bevor sie deren Systeme verschlüsselten. Für den Zugang zur Ransomware und zum Erpressungsportal führten sie den BlackCat-Administratoren laut Anklage 20 Prozent aller Lösegeldeinnahmen ab.

Zu den Opfern zählten mindestens fünf US-Organisationen. Darunter war ein Finanzdienstleister, der 25.660.000 US-Dollar zahlte, sowie eine gemeinnützige Organisation, die ein Lösegeld von 26.793.000 US-Dollar entrichtete. Betroffen waren zudem Anwaltskanzleien, Schulbezirke, medizinische Einrichtungen und weitere Finanzdienstleister.

Martin und Goldberg bekannten sich ebenfalls der Verschwörung zur Behinderung des Handels durch Erpressung schuldig; ihnen drohen jeweils bis zu 20 Jahre Haft.

DigitalMint-Geschäftsführer Jonathan Solomon erklärte gegenüber BleepingComputer, das Unternehmen verurteile das frühere Fehlverhalten und betonte, dass Martin und Martino nach Bekanntwerden ihrer Taten entlassen worden seien. „Wir verurteilen das kriminelle Verhalten dieser ehemaligen Mitarbeiter aufs Schärfste; es verstieß gegen unsere Werte, unsere ethischen Standards und das Gesetz. Als wir von dem Verhalten erfuhren, haben wir beide Personen umgehend entlassen", sagte Solomon.

Die BlackCat-Operation wird vom FBI mit mehr als 60 Sicherheitsvorfällen zwischen November 2021 und März 2022 in Verbindung gebracht. In einer gesonderten Mitteilung bezifferte die Behörde die Einnahmen der Gruppe auf mindestens 300 Millionen US-Dollar an Lösegeldzahlungen von über 1.000 Opfern bis September 2023.