Mit Martino hat sich nun der dritte von drei Beschuldigten schuldig bekannt. Die beiden anderen, Kevin Martin aus Texas und Ryan Goldberg aus Georgia, hatten ihre Schuld bereits Ende 2025 eingeräumt; ihre Strafmaße sollen Ende April verkündet werden. Während Martino und Martin als Ransomware-Verhandler bei demselben Incident-Response-Unternehmen tätig waren, arbeitete Goldberg für eine andere Cybersicherheitsfirma.

Nach Darstellung des Justizministeriums lieferte Martino der BlackCat-Gruppe vertrauliche Informationen, die den Tätern bei den Verhandlungen zugutekamen. „Diese vertraulichen Informationen halfen den Ransomware-Akteuren und maximierten die Lösegelder, die die Opfer zahlen mussten. Die BlackCat-Akteure bezahlten Martino für diese vertraulichen Informationen", erklärte das Ministerium. Die Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmten bei Martino Vermögenswerte im Wert von zehn Millionen Dollar.

Zwischen November 2021 und Dezember 2023 wurden mehr als 1.000 Organisationen Ziel von BlackCat-Ransomware-Angriffen, bis die Operation durch Ermittlungsbehörden gestört wurde. Die Kriminellen setzten ihre Aktivitäten anschließend noch einige Monate fort, kassierten ein Lösegeld von 22 Millionen Dollar und zogen sich dann mit einem sogenannten Exit-Scam zurück.

Die USA haben eine Belohnung von zehn Millionen Dollar für Hinweise auf zentrale Mitglieder der BlackCat-Gruppe ausgesetzt. Anklagen gegen diese Kernmitglieder wurden bislang nicht bekannt gegeben.