Nach Darstellung des Rates der Europäischen Union fungiert Euromore als inoffizieller Kanal innerhalb des Informationsnetzwerks des Kremls. Das Portal verstärke und recycle Narrative, die die Legitimität der EU-Institutionen infrage stellten und den russischen Krieg gegen die Ukraine zu rechtfertigen suchten. Regelmäßig kämen dort Beiträger zu Wort, die mit Verschwörungstheorien und Desinformation in Verbindung stünden.

Auffällig ist laut EU der aktuelle Zustand der Seite: Zwar scheine ein Großteil der ursprünglichen Inhalte von der Website entfernt worden zu sein, doch die Domain bleibe aktiv und leite inzwischen auf ein Angebot namens Euroview Media weiter. Dieses übernehme Material aus staatlich gestützten russischen Medien wie RT und Sputnik.

Die zweite sanktionierte Organisation, Pravfond, beschreiben die EU-Vertreter als Instrument der weltweiten Einflussoperationen Russlands. Die vom russischen Staat gegründete und finanzierte Stiftung produziere Material, das zentrale Kreml-Narrative stütze – darunter die Behauptung, die Ukraine sei „nazifiziert" worden, sowie Vorwürfe, russischsprachige Bevölkerungsgruppen würden in Nachbarländern systematisch verfolgt.

Darüber hinaus leite Pravfond nach Angaben der EU-Behörden finanzielle Unterstützung an Akteure weiter, die mit prokremlnahen Einflussnetzwerken verbunden seien.

Konkret sieht das Maßnahmenpaket vor, dass alle Vermögenswerte der beiden Einrichtungen innerhalb der EU eingefroren werden. EU-Bürgern und -Unternehmen ist es untersagt, ihnen Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Die Sanktionen reihen sich in das breitere Vorgehen der EU gegen russische Informationsmanipulation und hybride Operationen seit Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine ein. Insgesamt hat die EU bislang Sanktionen gegen 69 Einzelpersonen und 19 Einrichtungen verhängt, die mit russischer hybrider Kriegführung in Verbindung gebracht werden.