Laut SBU und Nationaler Polizei dienten die gefälschten Konten nicht nur der Propaganda, sondern auch der gezielten Verunsicherung der Bevölkerung. Über die Profile seien anonyme Nachrichten verbreitet worden, in denen sich die Absender als ukrainische Bürger ausgaben und fälschlich behaupteten, verschiedene Einrichtungen im ganzen Land seien vermint worden.
„Mit diesen Aktionen versuchte der Gegner, Panik in der Bevölkerung auszulösen und das gesellschaftspolitische Umfeld der Ukraine zu destabilisieren", erklärten die Behörden.
Festgenommen wurde der Verdächtige an seinem Wohnsitz, wo er die Bot-Farm den Angaben zufolge eingerichtet hatte. Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler Computertechnik, Mobiltelefone, an Modems angeschlossene USB-Hubs sowie knapp 2.000 SIM-Karten verschiedener ukrainischer Telekommunikationsanbieter sicher. Bei einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu sechs Jahre Haft.
Bot-Farmen stützen sich typischerweise auf spezialisierte Hardware und große Mengen an SIM-Karten, um Tausende gefälschte Konten in sozialen Netzwerken gleichzeitig zu erstellen und zu verwalten. Nach Darstellung der ukrainischen Behörden hat Russland solche Netzwerke im Krieg wiederholt eingesetzt, um Propaganda zu verstärken, Desinformation zu verbreiten und Online-Diskussionen zu manipulieren.
Bereits zuvor hatten Behörden über Fälle berichtet, in denen russische Geheimdienste gefälschte Konten und Telefonnummern nutzten, um ukrainisches Militärpersonal mit Phishing-Nachrichten anzugreifen. Diese enthielten schädliche Dateien, die Spyware installieren und sensible Daten abgreifen sollten.
