Französische Behörde ANTS bestätigt Datenleck – Angreifer bietet Daten zum Verkauf an
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Zusammenfassung
Die französische Behörde France Titres, zuständig für die Ausstellung und Verwaltung amtlicher Dokumente, hat ein Datenleck eingeräumt. Vorausgegangen war die Behauptung eines Angreifers, die Stelle attackiert und dabei Bürgerdaten entwendet zu haben. Die auch als Agence nationale des titres sécurisés (ANTS) bekannte Einrichtung untersteht dem französischen Innenministerium und ist die zuständige Verwaltungsstelle für offizielle Identitäts- und Registrierungsdokumente in Frankreich – darunter Führerscheine, nationale Personalausweise, Reisepässe und Einwanderungsdokumente. Nach einer von der Behörde veröffentlichten Mitteilung ereignete sich der Angriff in der vergangenen Woche. Die Untersuchung läuft noch, doch für eine nicht genannte Zahl von Personen könnten mehrere Datenarten offengelegt worden sein. Laut ANTS entdeckte die Behörde am Mittwoch, dem 15. April 2026, einen Sicherheitsvorfall, der die Offenlegung von Daten aus privaten und beruflichen Konten auf dem Portal ants.gouv.fr betreffen könnte. Die Behörde betont, die offengelegten Informationen erlaubten keinen unbefugten Zugang zu ihren elektronischen Portalen, könnten aber für Phishing- und Social-Engineering-Angriffe missbraucht werden. Die Betroffenen würden derzeit benachrichtigt.
Nach Angaben von ANTS ist von Nutzern keine Handlung erforderlich. Dennoch rät die Behörde zu „äußerster Vorsicht“ bei verdächtigen oder ungewöhnlichen Nachrichten – per SMS, Telefonanruf oder E-Mail –, die scheinbar von ANTS stammen.
Zur Reaktion auf den Vorfall hat die Behörde die französische Datenschutzaufsicht CNIL und die Pariser Staatsanwaltschaft informiert sowie die nationale Cybersicherheitsbehörde ANSSI einbezogen. ANTS weist zudem darauf hin, dass der Verkauf oder die Verbreitung der Daten illegal ist.
Bereits einen Tag nach dem entdeckten Vorfall, am 16. April, bekannte sich in Hackerforen ein Angreifer unter dem Pseudonym „breach3d“ zu der Attacke auf ANTS. Er behauptet, bis zu 19 Millionen Datensätze zu besitzen.
Nach Darstellung des Angreifers umfassen die gestohlenen Daten vollständige Namen, Kontaktdaten, Geburtsdaten, Wohnadressen, Konto-Metadaten sowie Geschlecht und Personenstand. Die Daten wurden zu einem nicht genannten Preis zum Verkauf angeboten und sind daher bislang nicht in größerem Umfang offengelegt worden.
BleepingComputer hat ANTS um eine Stellungnahme zu den Behauptungen des Angreifers gebeten, bis zur Veröffentlichung jedoch keine Antwort erhalten.