Die von Pillar Security gemeldete Schwachstelle geht auf eine unzureichende Bereinigung der Eingaben in einem Parameter zurück. Dadurch kann ein Angreifer Befehle einschleusen, die über eine Dateisuche-Operation ausgeführt werden. Die Forscher demonstrierten, wie sich ein bösartiges Skript platzieren und anschließend über eine scheinbar legitime Suche ausführen lässt. Die Angriffsmethode umging dabei den Secure Mode von Antigravity.

Bemerkenswert ist laut Pillar, dass derselbe Effekt auch über eine indirekte Prompt-Injection ausgelöst werden kann, ohne dass das Konto des Nutzers zuvor kompromittiert sein muss. „Ein Nutzer zieht eine harmlos wirkende Quelldatei aus einer nicht vertrauenswürdigen Herkunft, etwa einem öffentlichen Repository, die vom Angreifer kontrollierte Kommentare enthält, welche den Agenten anweisen, den Exploit zu platzieren und auszulösen", erläuterten die Forscher.

Den zweiten Strang steuert Malwarebytes bei: Eine Google-Suche nach Antigravity konnte Nutzer auf eine gefälschte Seite unter der Domain google-antigravity(.)com leiten. Der dort angebotene Installer installiert tatsächlich die IDE-Plattform, setzt zusätzlich aber zwei PowerShell-Skripte ab. Diese ermöglichen es Angreifern, eine weitere Schadkomponente nachzuladen: eine Stealer-Malware, die sensible Daten vom kompromittierten System abgreift.

Im Visier der Malware stehen Browserdaten wie gespeicherte Passwörter, Cookies und Autofill-Informationen sowie Messaging-Anwendungen, Kryptowährungs-Wallets, Gaming-Plattformen und FTP-Clients. Darüber hinaus importiert die Schadsoftware laut Malwarebytes Windows-APIs für das Kapern der Zwischenablage und das Mitschneiden von Tastatureingaben. Damit lässt sich erfassen, was ein Nutzer tippt, oder im entscheidenden Moment einer Überweisung eine Kryptowährungs-Wallet-Adresse austauschen.

Zusätzlich enthält die Malware nach Darstellung der Forscher die Bausteine für die „Hidden Desktop"-Technik: das Anlegen eines zweiten, unsichtbaren Windows-Desktops, den der Angreifer aufzeichnen und potenziell steuern kann. In der ausgefeiltesten Form kann ein Angreifer in dieser verborgenen Umgebung agieren – sich in Konten anmelden, Transaktionen bestätigen oder Nachrichten versenden –, während der reale Bildschirm des Opfers nichts Auffälliges zeigt.