Die Plattform wurde laut Polizeimitteilung seit 2014 betrieben und stellte systematisch und ohne Genehmigung kostenlosen Zugang zu einer großen Zahl urheberrechtlich geschützter Werke bereit. Sie habe sich als zentrale Anlaufstelle für Manga-Piraterie im spanischsprachigen Raum etabliert, mit monatlich Millionen Aufrufen und erheblicher internationaler Reichweite. Den Behörden zufolge entstand dadurch erheblicher Schaden für Rechteinhaber, Verlage, Übersetzer und die Kulturbranche insgesamt.

TorrentFreak berichtete kürzlich, dass die spanischsprachige Manga-Plattform Tu Manga Online (TMO) nach rechtlichem Druck offline genommen wurde – unter anderem durch Maßnahmen koreanischer Rechteinhaber. Die Beschreibung und die zeitlichen Angaben in der Polizeimitteilung passen zu dieser Plattform, auch wenn TMO nicht ausdrücklich genannt wird.

Im Zuge der Ermittlungen durchsuchte die Polizei das Haus eines Verdächtigen im spanischen Almería und stieß dort nach eigener Darstellung auf einen „komplexen technischen Aufbau“, der den Betrieb der Plattform stützte. Der Verdächtige war den Angaben zufolge zudem dabei, eine zweite Website zu entwickeln – möglicherweise als Ausweichlösung oder um die Piraterieplattform im Störungsfall dorthin zu verlagern. Die Durchsuchung verhinderte deren Start.

Die Ermittler beschlagnahmten zwei USB-Geräte, die in einem Wandthermometer versteckt waren und „kalte“ Kryptowährungs-Wallets mit digitalen Vermögenswerten im Wert von mehr als 470.000 US-Dollar enthielten.

Bei derselben Polizeiaktion wurden drei weitere Personen festgenommen. Zu deren Rolle machten die Behörden keine näheren Angaben.