Die Sicherheitsforschungen von Akamai werfen ein Schlaglicht auf ein zunehmendes Problem im IoT-Bereich: Die Exploitierung von längst bekannten Schwachstellen in Geräten, die nicht mehr unterstützt werden. Die Command-Injection-Lücke CVE-2025-29635 in D-Link DIR-823X Routern ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Angreifer systematisch veraltete Hardware ins Visier nehmen.
Das Funktionsprinzip der Anfälligkeit ist technisch relativ einfach: Der Router validiert einen Funktionswert aus einer POST-Anfrage nicht ausreichend, bevor dieser in einen Befehlspuffer kopiert wird. Angreifer können dadurch beliebige Befehle auf dem Gerät ausführen. Die betroffenen Firmware-Versionen 240126 und 24082 sind bereits mehrere Jahre alt.
Besonders bemerkenswert ist der zeitliche Ablauf: Der Quellcode für einen funktionierenden Exploit wurde vor etwa einem Jahr auf GitHub veröffentlicht — später wurde er wieder entfernt. Die jetzt beobachteten Angriffe nutzen genau diese öffentlich verfügbare Exploittechnik. Die Angreifer laden dabei ein Shell-Skript nach, das einen Mirai-Payload mit typischen Kennzeichen herunterlädt und ausführt: XOR-Verschlüsselung, hartcodierte Konsolen-Ausführungszeichenketten und feste Downloader-IP-Adressen.
Mirai bleibt eines der hartnäckigsten Botnetz-Programme der Cyberkriminalität. Der Originalquellcode wurde vor Jahren veröffentlicht und wird seitdem von zahlreichen Akteuren modifiziert und wiederverwendet. Die niedrige Einstiegshürde und das finanzielle Potential machen es für Cyberkriminelle attraktiv, eigene Mirai-Varianten zu betreiben.
Akamai warnt zudem vor ähnlichen Kampagnen gegen TP-Link und ZTE Router. D-Link hatte bereits im September offiziell empfohlen, die betroffenen Geräte stillzulegen, da jede weitere Verwendung ein Risiko für vernetzte Geräte darstellt.
Für deutsche Nutzer und Unternehmen bedeutet dies: Alte Router sollten dringend gegen aktuelle Modelle ausgetauscht werden. Wer noch auf älteren Hardware-Versionen läuft, riskiert nicht nur DDoS-Missbrauch, sondern auch Netzwerk-Kompromittierungen und Datenklau. Die Erkenntnis unterstreicht die Wichtigkeit von regelmäßigen Hardware-Upgrades und dem End-of-Life-Management in der IT-Sicherheit.
