Nach Angaben der französischen Behörden soll der Hacker ein breites Spektrum an Organisationen ins Visier genommen haben. Darunter befinden sich mehrere nationale Sportverbände – etwa aus den Bereichen Segeln, Leichtathletik, Motorsport, Turnen, Ski, Rugby League, Aikido, Hochschulsport, Bergsteigen und Klettern sowie Behindertensport.
Zu den weiteren Opfern gehören Tafeln, die Hotelketten Logis Hôtels France und Brit Hotel sowie die Konzerthalle Philharmonie de Paris.
Die Ermittler bringen den Verdächtigen zudem mit einem Einbruch in die Datenbank „Compas" des französischen Bildungsministeriums in Verbindung. Dabei handelt es sich um ein Personalverwaltungssystem für angehende Lehrkräfte an Grund- und weiterführenden Schulen. Bei dem Angriff Mitte März wurden persönliche Daten von rund 243.000 Beschäftigten offengelegt, überwiegend Lehrerinnen und Lehrer. Betroffen waren den Angaben zufolge Namen, Adressen, Telefonnummern sowie Aufzeichnungen über Fehlzeiten.
Französischen Medienberichten zufolge gehen die Ermittler außerdem davon aus, dass der Verdächtige in ein staatliches Waffeninformationssystem eingedrungen ist, das Daten von Waffenbesitzern enthält.
Die französischen Behörden ermitteln derzeit in mehreren aufsehenerregenden Datenlecks. Im Januar nahm die Polizei einen 18-Jährigen fest, der persönliche Daten von mehr als einer Million Mitgliedern des französischen Schießsportverbands (FFT) geleakt und weiterverkauft haben soll.
Unabhängig davon teilten französische Stellen Anfang dieser Woche mit, dass durch einen Cyberangriff auf die Website der Nationalen Agentur für sichere Dokumente (ANTS) – das staatliche Portal zur Verwaltung von Ausweisdokumenten und Führerscheinen – möglicherweise persönliche Daten von Nutzern offengelegt wurden.
Ob der in dieser Woche festgenommene Verdächtige mit diesen Vorfällen in Verbindung steht, ließen die Behörden offen. Die Ermittlungen zu den jüngsten Datenlecks dauern an.
