Die französischen Ermittler haben einen bedeutsamen Schlag gegen die Cyberkriminalität gelandet. Der 20-jährige Verdächtige, der online unter dem Namen HexDex aktiv war, sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen werden von der Cybercrime-Einheit der Pariser Staatsanwaltschaft geleitet und deuten auf ein beeindruckendes Ausmaß an krimineller Aktivität hin.
Das Spektrum der mutmaßlichen Opfer ist bemerkenswert vielfältig. Der Hacker soll nicht nur kommerzielle Unternehmen angegriffen haben — darunter die Hotelketten Logis Hôtels France und Brit Hotel sowie die Philharmonie de Paris — sondern auch zahlreiche nationale Sportverbände. Betroffen sind Segeln, Leichtathletik, Motorsport, Gymnastik, Ski, Rugby League, Aikido, Universitätssport, Bergsteigen, Klettern und Para-Sports.
Besonders kritisch ist die Kompromittierung staatlicher Systeme. Die Datenbank “Compas” des französischen Bildungsministeriums wurde im März angegriffen und legte sensible Informationen von etwa 243.000 Lehrkräften offen — Namen, Adressen, Telefonnummern und Abwesenheitsprotokollen. Berichten zufolge soll der Verdächtige auch in ein Regierungssystem zu Waffenbesitzern eingedrungen sein.
Die Behörden beschlagnahmten bei der Festnahme das Darkforum-Konto des Verdächtigen sowie Computerausrüstung, die nun einer forensischen Analyse unterzogen wird. Der Hacker gab zu, unter dem Alias HexDex Verantwortung für Hacks zu beanspruchen und gestohlene Daten auf Cybercrime-Marktplätzen zu veröffentlichen.
Dieser Fall illustriert ein wachsendes Problem in Europa: Die zunehmende Professionalisierung von Cyberkriminalität auch durch junge Täter. Französische Behörden waren in letzter Zeit mit mehreren hochrangigen Datenpannen konfrontiert. Im Januar wurde ein 18-Jähriger festgenommen, der Daten von über einer Million Mitgliedern der französischen Schießsportföderation geleakt haben soll. Zudem meldete Frankreich einen Cyberangriff auf die Website der ANTS — das Regierungsportal für Ausweisdokumente und Führerscheine.
Für deutsche Behörden und Unternehmen sollte dieser Fall als Warnsignal dienen. Kritische Infrastrukturen, Bildungseinrichtungen und Sportverbände benötigen erheblich verstärkte Sicherheitsmaßnahmen.
