Die letzte ministeriumsweite Cyberstrategie des Pentagons stammt aus dem Jahr 2023. Die neue Fassung soll laut Sutton noch in diesem Sommer abgeschlossen werden und sich eng an der zuvor vom Weißen Haus vorgelegten Nationalen Cyberstrategie orientieren. Dieses Dokument liefere „eine ziemlich konsistente Vorgabe, wohin wir uns bewegen müssen“, sagte sie.

Ein zentrales Ziel der neuen Ausrichtung sei es, die übergeordneten Leitlinien aus den bereits veröffentlichten Strategien zur nationalen Sicherheit und zur nationalen Verteidigung aufzugreifen und für die digitale Kriegsführung zu konkretisieren. „Wir nehmen all das auf und formen daraus einen integrierten Ansatz, der eine sehr mutige Neuausrichtung dessen sein wird, wie wir über den Cyberraum denken“, sagte Sutton vor den Abgeordneten.

Den kommenden Ansatz beschrieb sie als „Kurswechsel“, der von drei Kernprioritäten getragen werde. Die erste sei die Einbindung von Cyberoperationen in alle Bereiche der Kriegsführung – ein Anliegen, für das sich auch General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, eingesetzt und das er bei jüngsten Militäreinsätzen im Iran und in Venezuela öffentlich hervorgehoben hat.

Als zweite Priorität nannte Sutton, dass die USA „unterhalb der Schwelle des bewaffneten Konflikts strategische Vorteile erringen“ müssten. „Wir werden unseren Gegnern die Bewegungsfreiheit nehmen“, sagte sie und griff damit Formulierungen aus der jüngsten Cyberstrategie auf.

Drittens gehe es darum, die digitalen Kampfkräfte des Militärs neu zu organisieren. Sutton verwies dabei auf den laufenden Umbau unter dem Namen „Cyber Command 2.0“, der modernisieren soll, wie das Verteidigungsministerium Cyberkräfte und Fachpersonal aufbaut und weiterentwickelt.

Um diese Prioritäten zu erreichen, setze das Ministerium auf die Innovationskraft der amerikanischen Wirtschaft. „Wir nutzen die Geschwindigkeit und Innovationsfähigkeit des privaten Sektors, um den Cyberraum zu schützen, der unsere nationale Sicherheit, unseren wirtschaftlichen Wohlstand und die amerikanische Lebensweise trägt“, sagte Sutton.