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CISA-Leitung: Trumps Kandidat zieht sich nach 13 Monaten Blockade zurück

CISA-Leitung: Trumps Kandidat zieht sich nach 13 Monaten Blockade zurück
Zusammenfassung

Sean Plankey, Trumps Kandidat für die Leitung der amerikanischen Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA), hat seine Kandidatur nach mehr als einem Jahr Verzögerung im Senat zurückgezogen. Die Nominierung des erfahrenen Cybersicherheitsexperten war zunächst auf breite Zustimmung gestoßen, scheiterte jedoch an politischen Widerständen: Der Demokrat Ron Wyden blockierte eine Abstimmung wegen CISAs Weigerung, einen Bericht über Cyberschwachstellen in der US-amerikanischen Telekommunikationsindustrie zu veröffentlichen. Zusätzlich lehnte der Republikaner Rick Scott Plankeys Nominierung ab. Die CISA, eine zentrale Behörde für die kritische Infrastruktur und Cybersicherheit der USA, ist derzeit ohne bestätigten Direktor tätig und hat zudem etwa 30 Prozent ihrer Belegschaft durch Massenentlassungen verloren. Für Deutschland und Europa ist diese Entwicklung relevant, da CISA internationale Cybersicherheitsstandards setzt und in der Zusammenarbeit mit europäischen Behörden eine wichtige Rolle spielt. Die vakante Führungsposition schwächt das weltweite Cybersicherheitssystem zu einem Zeitpunkt, in dem Cyberbedrohungen zunehmen. Deutsche Unternehmen und Behörden, die mit amerikanischen Partnern zusammenarbeiten, könnten von dieser Unsicherheit betroffen sein.

Sean Plankey hat in einem an das Weiße Haus gerichteten Schreiben mitgeteilt, dass er seine Nominierung zur Leitung der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) zurückzieht. Nach 13 Monaten sei klar geworden, dass der Senat ihn nicht bestätigen werde, erklärte der erfahrene Cybersicherheitsexperte in seinem Schreiben vom Mittwoch.

Plankey war ursprünglich im März 2025 nominiert worden und hatte zunächst als Berater von DHS-Sekretärin Kristi Noem gearbeitet, wobei er sich auf Fragen der US-Küstenwache konzentrierte. Im März dieses Jahres verließ er diese Position, nachdem er intern erklärt hatte, dass er sich auf die Beseitigung von Bedenken bezüglich seiner Küstenwachen-Arbeit konzentrieren müsse. Der republikanische Senator Rick Scott aus Florida hatte sich gegen die Nominierung ausgesprochen und blockiert.

Doch es gab weitere Hürden: Der demokratische Senator Ron Wyden aus Oregon kündigte an, gegen eine Bestätigung Plankeys stimmen zu wollen, solange die CISA sich weigere, einen unklassifizierten Bericht über Cyberschwachstellen in der US-Telekommunikationsindustrie zu veröffentlichen.

Zu Beginn war Plankeys Nominierung mit Begeisterung aufgenommen worden. Der Cybersicherheitsexperte verfügt über beeindruckende Qualifikationen: Er war Top-Cybersicherheitsbeamter beim Energieministerium in der ersten Trump-Administration, arbeitete zuvor für den Nationalen Sicherheitsrat mit Fokus auf maritime Cybersicherheit und bekleidete mehrere Führungspositionen in der Privatwirtschaft.

Die Nachricht vom Rückzug fällt in eine schwierige Phase für die CISA. Die Behörde hat etwa 30 Prozent ihres Personals durch Entlassungen verloren und musste zusätzliche Furloughs aufgrund des jüngsten Regierungshalt-Downs absorbieren. Derzeit wird die Agentur von Acting Director Nick Andersen geleitet, es ist jedoch unklar, wen die Trump-Administration als neuen Leiter nominieren wird.

Der republikanische Vertreter Andrew Garbarino aus New York äußerte sein Bedauern über Plankeys Rückzug. Er betonte, dass CISA gerade in Zeiten erhöhter Cyberbedrohungen dringend einen vom Senat bestätigten Direktor benötige, um die Agentur zu führen. Er forderte einen schnellen Nominierungsprozess, da die CISA viel zu lange ohne bestätigte Führung auskommen musste.