Laut Socket lud eine versteckte Funktion namens „MCP addon" über eine fest hinterlegte GitHub-Adresse eine als mcpAddon.js gespeicherte „mehrstufige Komponente zum Diebstahl und zur Weiterverbreitung von Zugangsdaten" nach. Die Schadsoftware nimmt gezielt jene Daten ins Visier, die KICS verarbeitet: GitHub-Tokens, Cloud-Zugangsdaten für AWS, Azure und Google Cloud, npm-Tokens, SSH-Schlüssel, Claude-Konfigurationen sowie Umgebungsvariablen.
Die erbeuteten Daten werden verschlüsselt und an die Domain audit.checkmarx[.]cx ausgeleitet, die legitime Checkmarx-Infrastruktur imitieren soll. Zusätzlich legt die Schadsoftware automatisch öffentliche GitHub-Repositories an, um Daten abfließen zu lassen.
Wichtig ist die zeitliche Einordnung: Die Docker-Tags wurden vorübergehend auf einen bösartigen Digest umgebogen, weshalb die Betroffenheit davon abhängt, wann ein Image bezogen wurde. Für das KICS-Image auf Docker Hub lag das gefährliche Zeitfenster zwischen dem 22.04.2026 um 14:17:59 UTC und dem 22.04.2026 um 15:41:31 UTC. Die betroffenen Tags wurden inzwischen wieder auf ihre legitimen Image-Digests zurückgesetzt, der gefälschte Tag v2.1.21 wurde vollständig gelöscht.
Die Gruppe TeamPCP, die für die umfangreiche Supply-Chain-Kompromittierung von Trivy und LiteLLM verantwortlich ist, hat den Angriff öffentlich für sich reklamiert. Die Forscher konnten jedoch über musterbasierte Korrelationen hinaus keine ausreichenden Belege finden, um die Tat zweifelsfrei zuzuordnen.
Checkmarx veröffentlichte ein Sicherheitsbulletin zu dem Vorfall und versichert darin, dass alle bösartigen Artefakte entfernt sowie die offengelegten Zugangsdaten widerrufen und ausgetauscht worden seien. Das Unternehmen untersucht den Fall derzeit mit Unterstützung externer Experten und kündigte weitere Informationen an. Eine Stellungnahme gegenüber BleepingComputer lag zunächst nicht vor.
Nutzern des kompromittierten Werkzeugs wird empfohlen, den Zugriff auf „checkmarx.cx => 91[.]195[.]240[.]123" und „audit.checkmarx.cx => 94[.]154[.]172[.]43" zu sperren, fest verankerte SHA-Prüfsummen zu verwenden, auf bekannte sichere Versionen zurückzugehen und bei vermuteter oder bestätigter Kompromittierung Geheimnisse und Zugangsdaten auszutauschen.
Die jeweils aktuellen sicheren Versionen der betroffenen Projekte sind: DockerHub KICS v2.1.20, Checkmarx ast-github-action v2.3.36, die Checkmarx-VS-Code-Erweiterungen v2.64.0 sowie die Erweiterung Checkmarx Developer Assist v1.18.0.
