Locked Shields gilt nach Angaben der Veranstalter als weltgrößte Live-Fire-Übung zur Cyberabwehr. In diesem Jahr kamen mehr als 4.000 Teilnehmer aus 41 Nationen zusammen – die gleiche Zahl beteiligter Staaten wie 2025. Organisiert wurde das Szenario erneut vom NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE) mit Sitz in Tallinn.
Im Mittelpunkt stand die Abwehr simulierter Echtzeit-Angriffe auf kritische Infrastrukturen und militärische Systeme. Die 16 multinationalen Teams hatten die Aufgabe, unter anderem Luftverteidigung und E-Voting-Plattformen zu schützen und dabei wesentliche Dienste trotz anhaltenden Drucks am Laufen zu halten. Über die technische Verteidigung hinaus prüft die Übung auch, wie die Beteiligten mit Desinformation und politischem Druck umgehen.
Tõnis Saar, Direktor des NATO CCDCOE, bescheinigte den Teilnehmern starke Fähigkeiten beim Erkennen und Abwehren bösartiger Aktivitäten. Zugleich betonte er, die Erkenntnisse aus der Übung müssten in reale Einsatzbereitschaft überführt werden – gerade weil künstliche Intelligenz sowohl die Verteidigung als auch die Angriffsmöglichkeiten im Cyberraum verändere.
Die drei am besten bewerteten gemeinsamen Teams – in keiner bestimmten Reihenfolge genannt – waren Frankreich und Schweden; Lettland und Singapur; sowie Deutschland, Österreich, Luxemburg und die Schweiz.
Übungsleiter Dan Ungureanu hob das zentrale Ziel hervor: die internationale Zusammenarbeit zu stärken, Vertrauen aufzubauen und ein gemeinsames Verständnis von Widerstandsfähigkeit im Cyberraum zu entwickeln.
Wie stark Locked Shields in den vergangenen 16 Jahren gewachsen ist, zeigt der Vergleich mit den Anfängen: Bei der ersten Auflage im Jahr 2010 nahmen lediglich vier Nationen und 60 Einzelpersonen teil.
