Microsoft adressiert mit der neuen Funktion ein erhebliches Sicherheitsrisiko: Während verwaltete Unternehmensgeräte bereits durch Windows Hello for Business geschützt sind, fehlte bislang eine sichere Authentifizierungsmethode für private und gemeinsame Geräte. Genau diese Lücke schließen die Entra Passkeys nun.
Die Funktionsweise ist dabei elegant: Benutzer erstellen auf ihrem Windows-Gerät ein Passkey, das in dem Windows-Hello-Container gespeichert wird. Bei der Anmeldung authentifizieren sie sich dann über Windows-Hello-Methoden wie Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder PIN-Code. Diese Daten verlassen niemals das Gerät und können daher weder durch Phishing-Attacken noch durch Malware gestohlen werden.
Die Implementierung bietet Administratoren umfangreiche Kontrollmöglichkeiten: Über Conditional Access und Authentication Methods Policies können IT-Teams genau definieren, wer Passkeys nutzen darf und unter welchen Bedingungen. Dies ermöglicht eine flexible Sicherheitsstrategie, die zwischen verschiedenen Gerätetypen unterscheidet.
Der Rollout beginnt Ende April 2025 in den USA und anderen Ländern. Microsoft betont, dass diese Maßnahme Teil einer breiteren Sicherheitsinitiative ist. Bereits 2023 kündigte das Unternehmen die ‚Secure Future Initiative’ an, um die Cybersicherheit seiner Produkte zu verbessern. Im Mai 2025 folgte die Ankündigung, dass alle neuen Microsoft-Konten künftig standardmäßig passwortlos sein werden.
Der Hintergrund dieser Investitionen in passwortlose Authentifizierung ist beunruhigend: Cyberkriminelle haben in letzter Zeit verstärkt Microsoft-Entra-Konten mit gestohlenen Anmeldedaten angegriffen und damit Daten aus SaaS-Anwendungen erbeutet. FIDO2-Passkeys bieten hier einen starken Schutz, da sie gegen Brute-Force-Attacken, Credential Stuffing und Phishing-Versuche immun sind.
Für deutsche Unternehmen ergibt sich daraus eine wichtige Entwicklung: Sie können ihre Sicherheitsinfrastruktur schrittweise modernisieren, ohne dabei auf Kompatibilität mit privaten Geräten verzichten zu müssen. Dies ist besonders für Hybrid-Work-Szenarien relevant, die sich in vielen Betrieben etabliert haben.
