Das Windows Insider Program war einst übersichtlich, als Microsoft die früheren „Insider Rings" durch Kanäle ersetzte – ähnlich wie bei Chromium mit Beta, Dev und Canary. Mit der Zeit sei die Struktur jedoch zunehmend unübersichtlich geworden, schreibt das Unternehmen. Es fehle die Klarheit darüber, welchen Kanal man wählen müsse, um neue Funktionen möglichst früh zu testen.

Ein zentrales Problem ist Microsofts „Controlled Feature Rollout" (CFR): Die meisten Tester erhalten experimentelle Funktionen gar nicht erst. Alec Oot, bei Microsoft für das Windows-Update-Erlebnis verantwortlich, beschreibt das so: Funktionen würden angekündigt, aber wegen der schrittweisen Verteilung nur von einem Teil der Nutzer empfangen – das sei die größte Frustration, die das Unternehmen zu hören bekomme. Zwar lassen sich mit Drittanbieter-Werkzeugen wie ViveTool experimentelle Funktionen freischalten, doch das entspreche nicht dem, wofür man sich angemeldet habe.

Mit den zwei neuen Kanälen ändert sich die Logik. Im Beta-Kanal beendet Microsoft die schrittweise Verteilung: Alle in den Versionshinweisen genannten Funktionen sollen sofort verfügbar sein. Im Experimental-Kanal erhalten Tester einen Teil der Funktionen direkt, während andere hinter einem Flag verborgen bleiben. Diese lassen sich jedoch manuell aktivieren – etwa über „Windows Insider Program Settings" und „Feature flags", um beispielsweise neue haptische Mausfunktionen einzuschalten, die wegen eines schrittweisen Rollouts noch nicht erscheinen.

Die Umstellung erfolgt in Phasen. Zunächst wandern Nutzer des Dev-Kanals in den Experimental-Kanal. Wer im Dev-Kanal die neue Oberfläche noch nicht sieht, kann sie laut Microsoft manuell über „Einstellungen > Windows Update > Windows Insider Program > Feature flags" aktivieren. In den kommenden Wochen folgen die Canary-Nutzer: Wer die Canary-28000-Reihe nutzt, wechselt zu Experimental (26H1), wer das optionale 29500-Update installiert hat, zu Experimental (Future Platforms). Beta-Nutzer ziehen in das neue Beta-Erlebnis um, wobei kleinere Funktionsänderungen möglich sind.

Wer den Zugriff auf alle bisherigen experimentellen Funktionen behalten will, dem rät Microsoft, vor der Umstellung von Beta zu Dev zu wechseln, da Dev in Experimental überführt wird.

Im Zuge der Umstellung verteilt Microsoft folgende Builds: 26220.8283 für Beta, 26300.8289 für Experimental, 28020.1873 für Experimental 26H1 sowie 29576.1000 für Experimental Future Platforms. Das Update bringt zudem frühen Zugang zu einer überarbeiteten Windows-Update-Funktion, mit der sich Updates nach Belieben pausieren und erzwungene Neustarts vermeiden lassen.