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Geldwäscher aus der $230-Millionen-Krypto-Heist-Bande zu 70 Monaten Haft verurteilt

Geldwäscher aus der $230-Millionen-Krypto-Heist-Bande zu 70 Monaten Haft verurteilt
Zusammenfassung

Ein 22-jähriger Kalifornier wurde zu 70 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt, weil er bei der Geldwäsche einer der größten Kryptowährungsdiebstähle geholfen hat. Evan Tangeman half Komplizen, mindestens 3,5 Millionen Dollar aus einem 230-Millionen-Dollar-Raub zwischen Oktober 2023 und Mai 2025 zu waschen. Der Diebstahl selbst erfolgte durch einen ausgefeilten Betrug: Die Täter gaben sich als Mitarbeiter von Google und der Gemini-Kryptobörse aus, täuschten einen Opfer in Washington vor, dass sein Konto kompromittiert sei, und zwangen es, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zurückzusetzen. Anschließend stahlen sie über 4.100 Bitcoin im Wert von über 230 Millionen Dollar. Die 14 Verdächtigen verteilten das Diebesgut durch Kryptobörsen und Mixer-Services und finanzierten damit ein Leben in völliger Verschwendung: 500.000-Dollar-Nächte in Clubs, Lamborghinis und Privatjets. Für deutsche Nutzer und Unternehmen ist dieser Fall ein warnendes Beispiel für Risiken bei Kryptoinvestitionen und Social-Engineering-Attacken. Er zeigt auch, dass selbst internationale Betrügernetzwerke konsequent verfolgt werden können – mit schwerwiegenden strafrechtlichen Konsequenzen.

Die spektakuläre Geschichte von Evan Tangeman und seiner kriminellen Vereinigung zeigt die schiere Unverschämtheit moderner Cyberkriminalität. Tangeman, der unter mehreren Aliases bekannt war, spielte eine Schlüsselrolle als Geldwäscher für eine 14-köpfige RICO-Verschwörung, die zwischen Oktober 2023 und Mai 2025 mindestens 3,5 Millionen Dollar bewegte. Im Dezember 2025 bekannte er sich schuldig, Gelder einer kriminellen Organisation im Rahmen einer Racketeering-Verschwörung gewaschen zu haben.

Der Raub selbst war brutal in seiner Einfachheit, dafür aber umso gefährlicher. Die Rädelsführer Malone Lam und Jeandiel Serrano, beide noch Anfang 20, zielten im August 2024 auf einen Kunden eines Genesis-Kryptobörse ab. Sie operierten mit gefälschten Telefonnummern und gaben sich als Support-Mitarbeiter von Google und Gemini aus. Ihr Trick war perfekt kalkuliert: Sie sugerierten dem Opfer, sein Konto sei kompromittiert, überzeugten ihn, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zurückzusetzen, und ließen ihn mithilfe der Remote-Desktop-Software AnyDesk seinen Bildschirm teilen. So konnten sie die privaten Schlüssel aus Bitcoin Core erbeuten und das Vermögen transferieren.

Was folgte, war eine beispiellose Orgie aus gestohlenem Vermögen. Die Bande finanzierte ihre Lebensführung durch die geraubten Millionen: Privatausrüstungen für Leibwächter, Rolex-Uhren, Designer-Taschen, Nacht-Club-Ausgaben bis zu 500.000 Dollar pro Abend. Sie mieteten Villen in Los Angeles, den Hamptons und Miami für 40.000 bis 80.000 Dollar monatlich. Tangeman selbst fuhr einen modifizierten Lamborghini Urus im Wert von mehreren Millionen, während die Gruppe eine Flotte von mindestens 28 Fahrzeugen zwischen 100.000 und 3,8 Millionen Dollar ihr Eigen nannte.

Die Geldwäsche-Infrastruktur war raffiniert: Sie nutzten Krypto-Mixer, Börsenkonten, sogenannte “Peel Chains” (Abzweigungsstrukturen), Pass-Through-Wallets und VPNs, um ihre Spuren zu verwischen. Doch nach der Verhaftung seiner Co-Verschwörer griff Tangeman zu dem klassischen Fehler: Er versuchte, Beweise zu zerstören — ein Schuldeingeständnis vor Gericht. U.S. Attorney Pirro kommentierte sardonisch: “Diese kriminelle Unternehmung wurde von einer Gier angetrieben, die so unverschämt ist, dass sie fast karikaturhaft wirkt.”

Tangeman erhielt 70 Monate Gefängnis plus drei Jahre Bewährung. Ein zweiter Geldwäscher, Kunal Mehta, der mindestens 25 Millionen Dollar der gestohlenen Kryptowährung wusch, bekannte sich ebenfalls schuldig und wartet auf seine Verurteilung.

Für die deutsche Kryptogemeinde und Behörden ist der Fall lehrreich: Er demonstriert, wie elementar starke Authentifizierungsmechanismen und Nutzer-Vigilanz sind. Das BSI empfiehlt Hardware-Wallets, Authentifizierungs-Apps statt SMS und generelle Skepsis gegenüber unverlangten Sicherheitswarnungen.