Im Zentrum des Falls steht ein Angriff aus dem August 2024, bei dem ein Opfer aus Washington, D.C., um mehr als 4.100 Bitcoin gebracht wurde – damals mehr als 230 Millionen US-Dollar wert. Im September 2024 wurden dafür der 20-jährige Malone Lam (Decknamen „Greavys", „Anne Hathaway", „$$$") und der 21-jährige Jeandiel Serrano (Decknamen „Box", „VersaceGod", „@SkidStar") festgenommen und angeklagt.

Wie der Krypto-Betrugsermittler ZachXBT herausfand, hatten es die Täter auf einen Gläubiger der Krypto-Börse Genesis abgesehen. Sie nutzten gefälschte Telefonnummern und gaben sich als Kundendienst von Google und Gemini aus. Unter dem Vorwand, das Konto des Opfers sei kompromittiert worden, brachten sie es dazu, seine Zwei-Faktor-Authentifizierung zurückzusetzen und über die Fernwartungssoftware AnyDesk seinen Bildschirm zu teilen. So gelangten sie an die privaten Schlüssel von Bitcoin Core und konnten die Kryptowährung entwenden.

Anschließend wuschen die Täter die Beute laut Anklage mithilfe von Komplizen – darunter Tangeman – über eine Kombination aus Krypto-Mixern und Börsen. Zum Verschleiern von Identität und Standort kamen sogenannte „Peel Chains", Durchgangs-Wallets und VPNs zum Einsatz.

Die übrigen neun Verdächtigen, zu denen auch Tangeman zählt, wurden im Mai 2025 angeklagt. Die Vorwürfe lauten auf Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Behinderung der Justiz und Verschwörung zum Überweisungsbetrug.

Die Gruppe finanzierte mit der Beute einen aufwendigen Lebensstil: private Sicherheitsleute, teure Uhren, Designer-Handtaschen, Nachtclubbesuche mit Rechnungen von bis zu 500.000 US-Dollar pro Abend sowie internationale Reisen. Hinzu kamen gemietete Anwesen in Los Angeles, den Hamptons und Miami für 40.000 bis 80.000 US-Dollar im Monat, Privatjets und eine Flotte von mindestens 28 Fahrzeugen im Wert von 100.000 bis 3,8 Millionen US-Dollar – darunter ein Lamborghini Urus in Widebody-Ausführung für Tangeman.

„Dieses kriminelle Unternehmen war von einer Gier getrieben, die so dreist ist, dass sie ans Cartoonhafte grenzt. Sie stahlen Millionen und gaben sie für Nachtclub-Rechnungen von einer halben Million Dollar, Lamborghinis und Rolex-Uhren aus", erklärte die US-Staatsanwältin Pirro. Tangeman habe nicht nur das Geld gewaschen, das diesen Lebensstil ermöglichte: „Als seine Mitverschwörer festgenommen wurden, ging er daran, Beweise zu vernichten. Das ist ein Schuldbewusstsein, und diese Behörde und das Gericht haben es entsprechend behandelt."

Ein weiterer Beteiligter, der 45-jährige Kunal Mehta (Decknamen „Papa", „The Accountant", „Shrek"), bekannte sich im November 2025 schuldig, mindestens 25 Millionen US-Dollar der gestohlenen Kryptowährung mitgewaschen zu haben. Sein Urteil steht noch aus.