Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft ging Mosley über drei Jahre hinweg systematisch vor. Er täuschte gegenüber seinen Zielpersonen vor, ein Bekannter zu sein, und nutzte weitere Tricks, um sie zur Herausgabe von Kontowiederherstellungscodes und Passwörtern zu bewegen. Mit diesen Daten übernahm er die Konten bei Snapchat, Instagram und anderen Plattformen.
Hatte er die Kontrolle erlangt, drohte er den Betroffenen mit der Veröffentlichung privater Nacktbilder und -videos oder mit dem dauerhaften Aussperren aus ihren Konten. Seine Forderungen umfassten den vollständigen Zugang zu weiteren Konten, das Versenden sexuell expliziter Inhalte sowie Geldzahlungen in unterschiedlicher Höhe.
“Mosley ist der gefährliche Fremde im Netz, den jedes Elternteil fürchtet. Indem er das Vertrauen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausnutzte, drang er in ihre Konten ein, stahl intime und sexuell anzügliche Aufnahmen und erpresste sie über einen Zeitraum von drei Jahren”, erklärte US-Staatsanwalt Theodore S. Hertzberg. Das Vorgehen sei “ein erneuter Beleg dafür, dass jeder größte Vorsicht walten lassen muss, mit wem er online in Kontakt tritt”.
Die Ermittler schilderten mehrere konkrete Fälle. In einem gab sich Mosley als Schulfreund einer 20-jährigen Frau aus Georgia aus und überzeugte sie, ihren Snapchat-Wiederherstellungscode zu teilen. Nach der Übernahme des Kontos verschaffte er sich Zugriff auf ihre privaten Aufnahmen und schickte ihr eine Drohnachricht, in der er behauptete, er habe “65 Videos und ein Bild” von ihr, die kurz vor der Veröffentlichung stünden.
In einem weiteren Fall machte Mosley seine Drohung wahr, als sich eine 18-jährige Frau aus Florida weigerte, weitere Nacktfotos zu senden: Er stellte ihre gestohlenen privaten Bilder ins Netz. Später nutzte er das gekaperte Konto eines 17-jährigen Opfers aus Illinois, um die 13-jährige Schwester der Frau aus Florida zu kontaktieren, und schickte ihr ein Snapchat-Standortbild, um anzudeuten, dass er ihren Wohnort kenne.
Die Verkündung des Strafmaßes vor US-Bezirksrichter Michael L. Brown ist für den 27. Mai angesetzt.
Der Fall ist nicht der einzige dieser Art: In diesem Monat bekannte sich auch der 26-jährige Kyle Svara aus Illinois schuldig, mithilfe von Social Engineering nahezu 600 Snapchat-Konten von Frauen gehackt zu haben, um private Nacktfotos zu stehlen, die er später online verkaufte oder tauschte.
