Die Funktionsweise erklärt die Polizei so: Ein SMS-Blaster ahmt einen legitimen Mobilfunkmast nach. Verbinden sich Telefone in der Nähe mit ihm, erhalten die Nutzer betrügerische Textnachrichten, die scheinbar von vertrauenswürdigen Organisationen stammen. Diese Nachrichten fordern die Empfänger oft auf, Links anzuklicken, die zu gefälschten Websites führen — angelegt, um persönliche Daten abzugreifen, darunter Bankzugangsdaten und Passwörter.

Nach Einschätzung der Ermittler kam es während des Betriebs des SMS-Blasters zu 13 Millionen Fällen, in denen Mobilgeräte in das betrügerische Netz eingebunden wurden.

Neben dem Phishing-Aspekt hat der Betrieb eine weitere Folge: Geräte, die sich mit den betrügerischen Stationen verbinden, werden vorübergehend vom legitimen Netz ihres Anbieters getrennt und können im Bedarfsfall keine Notrufe absetzen.

Die Durchsuchungen führte die Polizei am 31. März in Markham und Hamilton durch und beschlagnahmte dabei mehrere SMS-Blaster sowie weitere elektronische Geräte. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, ein dritter Mann stellte sich am 21. April.

Zum Schutz vor betrügerischen Funkmasten empfehlen die Behörden, unter Android das Herabstufen auf 2G zu deaktivieren. Gegen fortgeschrittenere Aufbauten, die auf die Signalisierung von LTE oder 5G zielen, hilft diese Maßnahme allerdings nicht. SMS sollte als unsicherer Kanal behandelt werden; Nutzer sollten keine über diesen Weg empfangenen Links anklicken. Für sensible Daten oder Kommunikation wird der Einsatz Ende-zu-Ende-verschlüsselter Kanäle empfohlen.