Bei einer Anhörung des Handelsausschusses im Repräsentantenhaus von Tennessee im März schilderte Casey Cox, Sheriff des Cumberland County, dass Strafverfolgungsbehörden im gesamten Bundesstaat den Automaten zunehmend im Zusammenhang mit Betrugsmaschen begegneten, die sich gegen besonders schutzbedürftige Bürger richteten.

Seine Behörde habe beobachtet, wie Kriminelle aus dem Ausland sich als Behördenvertreter ausgaben oder vorgeblichen technischen Support anboten. Hinzu kämen Romance Scams und sogenannte Pig-Butchering-Maschen, bei denen die Täter ihre Opfer über Messenger-Plattformen kontaktieren und sie nach dem Aufbau von Vertrauen zur Geldübergabe verleiten.

„Sie nutzen Angst und Dringlichkeit, um diese Opfer davon zu überzeugen, dass sie sofort Bargeld abheben und in diese Krypto-Geldautomaten einzahlen müssen“, sagte Cox. Die Opfer würden angewiesen, einen QR-Code zu scannen, der ihnen schnellen Zugang zu den Konten der Betrüger verschaffe. „Innerhalb von Sekunden wird dieses Geld in Bitcoin umgewandelt und an die kriminelle digitale Wallet geschickt. Was wir sehen, ist im Grunde eine direkte Pipeline, über die Kriminelle Bargeld von Bürgern aus Tennessee in nicht nachverfolgbare digitale Vermögenswerte verwandeln können.“

Nach Angaben des FBI gingen im Jahr 2025 insgesamt 13.460 Beschwerden im Zusammenhang mit Krypto-Geldautomaten ein, die mit Verlusten von zusammen 389 Millionen Dollar verbunden waren. Mehr als zwei Drittel dieser Summe wurde Menschen über 60 Jahren gestohlen.

Auch mehrere Generalstaatsanwaltschaften gehen gegen die Branche vor. In einer im Februar von Massachusetts gegen Bitcoin Depot eingereichten Klage – das Unternehmen ist der weltweit größte Anbieter solcher Kioske – heißt es, von mehreren Hundert durch die Behörde kontaktierten Kunden seien mehr als 80 Prozent Opfer von Betrug geworden.

Iowa verklagte kürzlich ebenfalls Bitcoin Depot sowie den weiteren großen Anbieter CoinFlip mit dem Vorwurf, von Betrug profitiert zu haben. Washington, D.C. verklagte im September den Kioskbetreiber Athena und gab an, dass 93 Prozent von dessen Transaktionen im Bezirk in Verbindung mit Betrug standen.