Tangeman mietete und kaufte zwischen 2023 und 2025 aufwendige Anwesen in Kalifornien und Florida. Dabei nutzte er falsche Namen und weitere Methoden, um zu verschleiern, dass die Bande die Objekte als Stützpunkte für ihre Diebstähle einsetzen wollte. Er verwandelte gestohlene Kryptowährung in Bargeld und arbeitete mit Immobilienmaklern zusammen, um große Villen zu beschaffen, in denen die Betrugsmaschen durchgeführt werden konnten.

Nachdem mehrere Anführer der Gruppe im Jahr 2024 festgenommen worden waren, gehörte Tangeman zu den verbliebenen Figuren, die Mitglieder anwiesen, Geräte zu zerstören und ihre Aktivitäten zu vertuschen. US-Staatsanwältin Jeanine Pirro erklärte: „Dieses kriminelle Unternehmen war auf einer Gier aufgebaut, die so dreist ist, dass sie ins Groteske kippt. Sie stahlen Millionen und gaben sie für Nachtclub-Rechnungen über eine halbe Million Dollar, Lamborghinis und Rolex-Uhren aus." Tangeman habe nicht nur das Geld gewaschen, das diesen Lebensstil finanzierte, sondern nach der Festnahme seiner Mittäter auch versucht, Beweise zu vernichten – für Pirro ein Zeichen von Schuldbewusstsein.

Richterin Colleen Kollar-Kotelly verhängte neben den 70 Monaten Haft zusätzlich drei Jahre Führungsaufsicht. Tangemans Anwälte hatten 52 Monate gefordert und argumentiert, ihr Mandant sei nicht vorbestraft und als junger Mann in den kriminellen Lebensstil hineingeraten.

Die „Social Engineering Enterprise" erlangte durch ihre dreisten Angriffe auf Inhaber von Kryptowährungen Bekanntheit. Mitglieder waren zuvor angeklagt worden, einem Opfer in Washington, D.C., Kryptowährungen im Wert von mehr als 263 Millionen Dollar gestohlen zu haben. Gegründet wurde die Gruppe 2023 von dem damals 20-jährigen Singapurer Malone Lam, der über Online-Gaming-Plattformen Kontakte knüpfte. Beteiligt waren Mitglieder aus Kalifornien, Connecticut, New York und Florida – darunter Datenbank-Hacker, Organisatoren, Zielausspäher, Anrufer und Einbrecher.

Aus gestohlenen und im Darknet gekauften Datenbanken stellte die Bande Listen von Krypto-Inhabern zusammen und griff diese sowohl digital als auch physisch an. Laut Gerichtsdokumenten verschickten Mitglieder untereinander zeitweise eine Datenbank mit über 1.000 Zielpersonen samt E-Mail-Adressen und Identifikationsmerkmalen. Die in Lams Anklageschrift genannten Opfer verloren zwischen 600.000 und 14 Millionen Dollar. In mehreren Fällen riefen die Täter Krypto-Inhaber an und gaben sich als Kundendienst oder als Vertreter von Apple und Google aus, um an entscheidende Kontodaten zu gelangen.

Für seine Dienste wurde Tangeman üppig entlohnt und mit teuren Geschenken bedacht. Bei Durchsuchungen seiner Anwesen fanden die Ermittler einen schwarzen Rolls Royce Ghost aus dem Jahr 2022 im Wert von mehr als 300.000 Dollar sowie einen schwarzen Porsche GT3 RS. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft wird Tangeman das den Opfern gestohlene Geld voraussichtlich nie zurückzahlen können.