Nach Darstellung von Checkmarx begann der Vorfall mit dem Trivy-Lieferkettenangriff, den das Unternehmen der als TeamPCP bekannten Gruppe zuschreibt. Über diesen Angriff gelangten die Täter an Zugangsdaten nachgelagerter Nutzer. Mit diesen gestohlenen Anmeldedaten verschafften sie sich am 23. März Zugriff auf die GitHub-Repositories von Checkmarx und veröffentlichten dort Schadcode.
„Infolge dieses Zugriffs konnten die Angreifer mit der GitHub-Umgebung von Checkmarx interagieren und anschließend Schadcode in bestimmten Artefakten veröffentlichen“, erläutert das Unternehmen.
Am 22. April – durch erneuten Zugriff oder eine über einen Monat bestehende Persistenz – veröffentlichten die Angreifer bösartige Docker-Images sowie VSCode- und Open-VSX-Erweiterungen für den Sicherheitsscanner KICS von Checkmarx. Diese stahlen Zugangsdaten, Schlüssel, Tokens und Konfigurationsdateien.
In einer aktuellen Aktualisierung bestätigte Checkmarx, dass die von LAPSUS$ auf deren Erpressungsportal veröffentlichten Daten dem Unternehmen zuzuordnen sind und aus der Kompromittierung vom 23. März stammen. „Unsere Untersuchung, die mit Unterstützung eines führenden externen Forensikunternehmens durchgeführt wird, zeigt, dass eine cyberkriminelle Gruppe Daten mit Bezug zu Checkmarx im Dark Web veröffentlicht hat“, heißt es in der Mitteilung. Den vorliegenden Erkenntnissen zufolge stammen die Daten aus dem GitHub-Repository des Unternehmens, der Zugang dazu sei über den ursprünglichen Lieferkettenangriff vom 23. März 2026 ermöglicht worden.
Obwohl Checkmarx und andere Medien von einer Veröffentlichung im Dark Web berichteten, stellte BleepingComputer fest, dass LAPSUS$ den 96 GB großen Datensatz auch über Clearnet-Portale verfügbar gemacht hat. BleepingComputer hat den Inhalt der geleakten Daten nicht geprüft. Checkmarx versicherte, dass darin keine Kundeninformationen enthalten seien, da solche nicht im GitHub-Repository gespeichert würden.
Eine forensische Untersuchung soll nun den genauen Umfang der offengelegten Daten klären. Sollten dabei Kundeninformationen gefunden werden, will Checkmarx betroffene Personen umgehend benachrichtigen. Der Zugang zum betroffenen Repository bleibt bis zum Abschluss der Untersuchung gesperrt; weitere Details stellte das Unternehmen innerhalb der nächsten 24 Stunden in Aussicht.
