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Phishing-Attacken auf Signal: Deutschland verdächtigt Russland hinter Angriffen auf Regierungsbeamte

Phishing-Attacken auf Signal: Deutschland verdächtigt Russland hinter Angriffen auf Regierungsbeamte
Zusammenfassung

Deutschlands Bundesanwaltschaft untersucht seit Mitte Februar 2026 eine groß angelegte Phishing-Kampagne gegen die Messenger-App Signal, hinter der Sicherheitsexperten russische Staatshacker vermuten. Etwa 300 Signal-Konten von hochrangigen Politikern, darunter zwei Regierungsminister, Militärpersonal und Journalisten, wurden durch gefälschte Sicherheitsmitteilungen kompromittiert. Die Angreifer gaben sich als Signal-Sicherheitschatbot aus und veranlassten Nutzer, ihre Anmeldedaten oder QR-Codes einzugeben – was Hackern Zugriff auf vergangene Chats, laufende Gespräche sowie Adressbücher ermöglichte. Auch niederländische Geheimdienste warnen von einer ähnlichen russischen Cyber-Kampagne gegen europäische Regierungsbeamte. Für deutsche Behörden und Unternehmen stellt dies eine erhebliche Bedrohung dar: Nicht nur Regierungsmitglieder sind gefährdet, sondern potenziell alle Nutzer vertraulicher Kommunikationskanäle. Die Attacken unterstreichen die wachsende Bedrohung durch staatlich gesteuerte Cyberangriffe und erfordern verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bei der Nutzung von Messaging-Diensten im In- und Ausland.

Phishing-Angriffe auf Messaging-Dienste sind keine neuen Phänomene, doch das Ausmaß und die Zielgruppe dieser Kampagne sind bemerkenswert. Die Angreifer setzten auf eine bewährte Taktik: Die Opfer erhielten Nachrichten von einem gefälschten Signal-Sicherheits-Chatbot, der sie vor verdächtigen Aktivitäten auf ihren Konten warnte und zur sofortigen Aktion aufforderte. Wer den Anweisungen folgte — etwa durch die Eingabe einer PIN oder das Scannen eines QR-Codes — verband damit sein Signal-Konto unwissentlich mit einem externen Gerät unter Kontrolle der Angreifer.

Damit verschafften sich die Cyberkriminellen Zugriff auf Chatverläufe, laufende Gespräche, Adressbücher und weitere gespeicherte Daten. Ein besonders perfides Detail: Die Attacke nutzt das von Signal selbst angebotene Feature der „Linked Devices” aus — eine Funktion, die normalerweise für legitime Nutzung gedacht ist.

Bereits im Februar hatten BSI und BfV vor dieser Kampagne gewarnt und sie einem staatlich kontrollierten Akteur zugeordnet. Bundesweit wurden mehrere Politiker persönlich kontaktiert, um sie vor möglichen Angriffen zu warnen. Damit handelte es sich nicht um überraschend plötzliche Attacken, sondern um eine koordinierte Kampagne, die deutschen Behörden bereits bekannt war.

Die Verdächtigungen gegen Russland stützen sich auf Erkenntnisse mehrerer Geheimdienste. Auch die niederländischen Geheimdienste warnten im März, dass „russische staatliche Hacker eine großflächige weltweite Cyber-Kampagne durchführen, um Zugang zu Signal- und WhatsApp-Konten von Würdenträgern, Militärangehörigen und Beamten zu erlangen.” Neben niederländischen Regierungsangestellten könnten auch Journalisten Ziele gewesen sein.

Die russische Botschaft in Berlin lehnte eine Stellungnahme ab. Moskau bestreitet kontinuierlich, in Spionageaktivitäten verwickelt zu sein. Die angespannte deutsch-russische Beziehung verschärft die Situation zusätzlich.

Für Unternehmen und Behörden in Deutschland ergibt sich daraus eine dringliche Handlungsempfehlung: Mitarbeiter sollten verstärkt für Phishing-Attacken sensibilisiert werden, auch wenn die Absender bekannte Dienste zu sein scheinen. Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Sicherheitsupdates bleiben essentiell. Die Meldepflicht gemäß DSGVO verpflichtet betroffene Organisationen zur Benachrichtigung der Aufsichtsbehörden sowie potenziell der BfDI bei personenbezogenen Daten.