Nach Darstellung der Ermittler entwickelte der 19-jährige Hauptverdächtige ein System, um in die Konten von Spielern einzudringen und sie anschließend über geschlossene Online-Communitys sowie eine Webseite mit in Russland registrierter Domain weiterzuverkaufen. Die Komplizen lernte er den Angaben zufolge im vergangenen Jahr über Gaming-Foren kennen.
Zum Einsatz kam laut Polizei Schadsoftware zum Abgreifen von Informationen, die als Programm getarnt war und Spielvorteile oder kostenlose Bonusinhalte versprach. Sobald die Software auf den Geräten der Opfer installiert war, sammelte sie Zugangsdaten und weitere sensible Informationen. Über mehrere Monate hinweg verschafften sich die Täter auf diese Weise Zugang zu mehr als 610.000 Spielerprofilen.
Die erbeuteten Konten wurden anschließend nach ihrem potenziellen Wiederverkaufswert geordnet. Als am profitabelsten galten den Ermittlern zufolge Profile mit Sammlerstücken, seltenen Inventargegenständen oder hohen Guthaben an virtueller Währung – angeboten auf jenem Marktplatz, auf dem Spieler regulär digitale Güter erwerben und handeln.
Im Zuge der Ermittlungen führten die Behörden im Westen der Ukraine zehn Durchsuchungen durch. Dabei stellten sie Computer, Mobiltelefone, Bankkarten und handschriftliche Notizen sicher. Beschlagnahmt wurden zudem mehr als 2.500 Euro sowie knapp 35.000 US-Dollar in bar. Nach vorläufigen Schätzungen erbrachte das System rund 10 Millionen Hrywnja, was etwa 227.000 US-Dollar entspricht.
Die forensische Auswertung der sichergestellten Geräte dauert nach Angaben der Behörden weiter an. Die Ermittler versuchen, das volle Ausmaß der Operation zu bestimmen und weitere Beteiligte zu identifizieren.
