Rudd zeigte sich unsicher über den Stand der Election Security Group: „Ich weiß nicht, ob bereits eine ESG eingerichtet wurde, aber wir sind bereit, dies bei Bedarf zu tun." Es sei „wirklich wichtig", eine solche Gruppe aufzustellen, und er werde nachreichen, ob dies geschehe. In der Vergangenheit haben Cyber Command und NSA mit der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA), dem FBI und weiteren Behörden zusammengearbeitet, um Manipulationen am US-Wahlprozess zu verhindern – auch durch offensive digitale Schläge gegen ausländische Gegner.
Bundes- und Bundesstaatsbehörden bereiten sich seit 2016 in jedem Wahlzyklus auf mögliche Online-Angriffe vor. Damals startete Russland digitale und Desinformationskampagnen, die nach späterer Einschätzung der US-Geheimdienste den Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump beeinflussen sollten.
Diese Sorgen haben mit dem Beginn der zweiten Trump-Regierung zugenommen. Viele politische Entscheidungsträger und ehemalige Sicherheitsbeamte werfen dem Weißen Haus vor, sich einseitig zu entwaffnen, indem es CISA verkleinert und föderale Bemühungen gegen Falsch- und Desinformation aushöhlt. Die Maßnahmen erfolgten, obwohl das FBI und andere Behörden iranische Hacker für einen Einbruch in den Trump-Wahlkampf 2024 verantwortlich gemacht hatten; dieselben Angreifer versuchten auch, den Wahlkampf von Biden und Harris ins Visier zu nehmen.
Sollte Rudd eine Wahlsicherheitsgruppe für 2026 aufstellen, wird eine zentrale Frage sein, ob deren Co-Leiter öffentlich genannt werden. Recorded Future News berichtete zuerst, dass die Identitäten der Co-Chefs des Jahres 2024 – anders als in früheren Zyklen – geheim gehalten wurden, um deren persönliche Sicherheit zu schützen und öffentliche Erklärungen den obersten Sicherheitsverantwortlichen zu überlassen.
Senator Dan Sullivan (Republikaner aus Alaska) regte an, Rudd solle digitale Werkzeuge der USA nutzen, um ausländische Staatsführer bloßzustellen, die das Vertrauen der Wähler untergraben wollen. „Wenn Diktatoren Cyber-Operationen einsetzen, um das anzugreifen, was uns allen am wichtigsten ist – die amerikanischen Wahlen –, dann sollten wir ein wenig offensive Cyber-Fähigkeiten zeigen", sagte er. Wer sich an den Wahlen zu schaffen machen wolle, dessen Bevölkerung könne man wissen lassen, wie korrupt ihre Führer seien.
