Samsung und der US-Bundesstaat Texas haben sich auf einen Vergleich geeinigt: Der Konzern darf mittels ACR-Technologie keine Viewing-Daten ohne ausdrückliche Zustimmung mehr sammeln und muss seine Datenschutzerklärungen überarbeiten.
Samsung und Texas beenden ihren Rechtsstreit über illegale Datensammlung durch Smartfernseher mit einem Vergleich. Der südkoreanische Elektronikhersteller verpflichtet sich, seine Datenschutzerklärungen grundlegend zu überarbeiten und Verbrauchern klare Informationen über seine Datenerfassungs- und Verarbeitungspraktiken zur Verfügung zu stellen.
Texas Generalstaatsanwalt Ken Paxton hatte im Dezember eine Klage gegen mehrere TV-Hersteller, darunter Samsung, eingereicht. Der Vorwurf: Sie nutzen die sogenannte Automated Content Recognition (ACR)-Technologie, um Sehgewohnheiten zu erfassen, ohne die Nutzer vorher um Erlaubnis zu bitten. Im Januar erließ das Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Samsung, bestätigte damit eine Verletzung des Texas Deceptive Trade Practices Act (DTPA) – doch die Verfügung wurde nur einen Tag später aufgehoben. Die Klage blieb bestehen.
Samsung setzte die ACR-Technik ein, um automatisch Screenshots von Fernsehgeräten zu machen und so zu erkennen, was Nutzer anschauten. Diese Daten verwendete der Konzern für personalisierte Werbung. Besonders fragwürdig war die Aktivierung des Systems: Das Gericht stellte fest, dass Samsung Kunden mit „Dark Patterns” zu einer Anmeldung führte – über 200 Klicks verteilt auf mindestens vier verschiedene Menüs, um die Datenschutzerklärungen überhaupt lesen zu können.
Samsung bestreitet, dass sein Viewing Information Services (VIS)-System gegen Gesetze verstößt, erklärt sich aber bereit, die Datenschutzerklärungen zu verbessern. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass Samsung seit Beginn des Verfahrens transparent handle und Nutzern die Kontrolle über ihre Datenschutzeinstellungen gebe.
Aufgrund des Vergleichs muss Samsung die ACR-Datensammlung ohne ausdrückliche Zustimmung texanischer Verbraucher beenden und die Einwilligungsbildschirme deutlich überarbeiten. Generalstaatsanwalt Paxton lobte Samsungs Kooperativität, kritisierte aber, dass andere Hersteller wie Sony, LG, Hisense und TCL Technologies bislang nicht nachgezogen haben.
Quelle: BleepingComputer
