Die Sicherheitslücke wurde erstmals von dem Hosting-Provider Namecheap öffentlich gemacht, der daraufhin als Schutzmaßnahme den Zugriff auf die Ports 2083 und 2087 – die Standard-Zugriffspunkte für WHM und cPanel – temporär blockierte. “Wir müssen Sie leider informieren, dass eine kritische Sicherheitslücke in der cPanel-Software identifiziert wurde, die alle derzeit unterstützten Versionen betrifft”, teilte Namecheap mit. Das Unternehmen beschrieb die Schwachstelle als “Authentifizierungs-Login-Exploit, der unbefugten Zugriff auf das Control Panel ermöglichen könnte”.
CPanel und WHM sind Linux-basierte Web-Hosting-Control-Panels für die Server- und Website-Verwaltung. Während WHM Server-Level-Kontrolle bietet, ermöglicht cPanel Administrator-Zugang zum Website-Backend, Webmail und Datenbanken. Beide Produkte gehören zu den meistverbreiteten Hosting-Control-Panels weltweit und werden wegen ihrer standardisierten Oberflächen, Benutzerfreundlichkeit und tiefen Integration in gängige Hosting-Stacks geschätzt.
Das Risiko ist erheblich: Ein Angreifer mit Zugriff auf ein cPanel-Konto kann alles in dem Hosting-Account kontrollieren – von Websites und Daten bis zu E-Mail. Potenzielle Schadensszenarios umfassen das Platzieren von Backdoors oder Web-Shells, die Umleitung von Benutzern auf Malware-Seiten, Datendiebstahl, Spam- und Phishing-Kampagnen sowie das Auslesen von Passwörtern aus Konfigurationsdateien.
Bei WHM ist die Gefahr noch größer: Ein Bedrohungsakteur erhält Zugriff auf den gesamten Server und alle gehosteten Websites. Dies ermöglicht das Erstellen und Löschen von cPanel-Konten, die Etablierung persistenter Zugriffe und die Nutzung des Systems für illegale Aktivitäten wie Proxy-Traffic, Spam, Malware-Verbreitung oder Botnet-Operationen.
CPanel hat bereits sicherheitsgepatchte Versionen bereitgestellt. Das Unternehmen empfiehlt Administratoren, den Befehl /scripts/upcp –force auszuführen, um das cPanel-Update-Prozess zu erzwingen und eine sichere Version zu installieren. Server mit nicht unterstützten cPanel-Versionen sind ineligibel für Sicherheitsupdates und sollten dringend auf eine unterstützte Version aktualisiert werden. Website-Betreiber sollten ohne Verzögerung überprüfen, ob ihre Systeme patched sind.
